Kann man ein iMac-Display farbverbindlich kalibrieren?

Die Frage steht ja schon im Titel. Kann man einen iMac kalibrieren sodass er für die farbverbindliche Bildbearbeitung taugt und wenn ja mit welcher Hard-/Software?

Sollte gehen…

Hallo ollo,
das sollte meines Wissens nach gehen. Ich selbst benutze zwar keinen iMac, habe aber meinen Monitor (Eizo) mit dem Spyder 5 Elite und der mitgelieferten Software kalibiriert.
Das funktioniert (zumindest für den ambitionierten Nicht-Profi) recht gut.
Letztlich wird ja nur ein monitorspezifisches Profil angelegt, in dem Abweichungen mit einem entsprechenden Korrekturfaktor berücksichtigt sind.
Es gibt übrigens für den Druck ebenfalls ein Kalibrationstool (Spyder Print).

Farbkalibrierung....

ollo schrieb:
Die Frage steht ja schon im Titel. Kann man einen iMac kalibrieren sodass er für die farbverbindliche Bildbearbeitung taugt und wenn ja mit welcher Hard-/Software?

Check das mal: http://bfy.tw/BIiz

http://osxdaily.com/2015/10/14/access-expert-mode-screen-color-calibrator-mac-os-x/

Kann man ein iMac-Display farbverbindlich kalibrieren

Einen Monitor der einen Farbraum nicht zu 100% darstellen kann, kann auch nicht verbindlich kalibriert werden. Mit den Systemeinstellungen Monitore unter dem Punkt Kalibrieren lässt sich allerdings schon recht viel machen.

vielleicht deutlicher …

Es geht mir schon um Farbverbindlichkeit für die Druckvorstufe. Die systemeigenen Lösungen dürften da nicht ausreichen, oder?

Vermutlich ja

Die Retina Displays haben meines Wissens einen erweiterten Farbraum. Das dürften aber in erster Linie sehr intensive Farben sein, die man im Druck eh nicht darstellen kann.

Druckvorstufe war ja auch schon vor 20 Jahren möglich und die Displays heute haben 16 Bit und einen viel größeren Farbraum

Auf jeden Fall benötigt man ein Colorimeter. Ich bin mit X-rite i1 ganz zufrieden. Wobei ich nur Wert auf identische Farben auf allen meinen Bildschrimen lege (Keine Druckvorstufe).

kalibrieren: nein, profilieren: ja…

da es weder Aussagen von Apple zur Qualität des iMac-Displays gibt, noch professionelle Tests, ist es natürlich schwer, über die Bildschirm-Qualität zu diskutieren.
Generell würde ich aber erwarten, dass die aktuellen Modelle zumindest den sRGB-Farbraum nahezu vollständig oder sogar vollständig wiedergeben können.
Beim nächst grösseren relevanten Farbraum AdobeRGB würde ich eine Abdeckung im Bereich von ca. 84-86% erwarten, da hohe Abdeckungen im Bereich 96-100% nur bei wenigen, hochpreisigen Profi-Displays erhältlich sind.

Grundsätzlich kann das iMac-Display ja lediglich über ein selbst erzeugtes (mittels OS „Kalibrierung”) oder ein mittels Colorimeter generiertes Profil auf präzisere Farbwiedergabe getrimmt werden.
Die OS-Variante kann man getrost als „über den Daumen peilen” betrachten, so dass die Verwendung eines Colorimeters die einzig sinnvolle und machbare Variante für den iMac darstellt.
Leider wird vermutlich wie bei den MacBooks dabei lediglich Helligkeit und Kontrast anpassbar sein, während bereits der Weisspunkt über das Profil bestimmt wird.
Diese Variante ist natürlich nicht so präzise, wie beispielsweise ein hardware-kalibrierbarer Bildschirm, sollte aber für „normale” Anwendungen ausreichend sein.
(Höchste Ansprüche an die Farbwiedergabe lassen sich letztlich nur innerhalb eines durch und durch professionellen setups erzielen und benötigen dann immer noch einen echten Farbprofi _vor_ dem Bildschirm).

Es bleibt für den iMac also lediglich als einzige Option, den Bildschirm mittels Colorimeter zu profilieren. Für Arbeiten im sRGB-Raum sollte dies eine gute Möglichkeit darstellen, für höchste Ansprüche dürfe ein iMac jedoch generell das falsche System sein.
Bei den Colorimetern sind die Systeme von x-rite schon historisch bei Profis am weitesten verbreitet, die Spyder Geräte sind in der Regel etwas kostengünstiger und sollten technisch kaum schlechter sein. Wichtig ist, darauf zu achten, dass die verwendeten Messzellen für die neueren Display-Technologien explizit als geeignet klassifiziert sind (Vorsicht also beim Kauf älterer 2nd-hand Geräte. Ohnehin sollten diese Geräte alle paar Jahre erneuert werden, da Messzellen und die bedampften Filtergläser im Laufe der Zeit altern).

Danke, …

… das war doch mal eine präzise Information. Hintergrund (hätte ich auch gleich schreiben können) ist die Überlegung, auf einen iMac zu wechseln, wenn mein alter Pro abraucht. Derzeit hängt ein Quato dran, der Hersteller ist aber pleite und die Software zur Kalibration wird nicht weiterentwickelt. Keine Ahnung, wie lange ich den Monitor also noch nutzen kann. Die Pros sind mir zu teuer und die Minis derzeit zu schwach.

Gerne,

…freut mich, wenn ich etwas helfen konnte.
Die beschriebene Situation kann ich gut nachvollziehen, da auch ich seit einiger Zeit mit der von Apple angebotenen Hardware hadere.
Wenn es nicht zu sehr eilt und die aktuell verwendete Hardware noch problemlos läuft und den Anforderungen gerecht wird, würde ich eher dazu tendieren, die Veröffentlichung des kürzlich für kommendes Jahr angekündigten MacPro oder ein Update des Mac mini abzuwarten. Auch der ominöse „Profi-iMac” könnte es wert sein, darauf zu warten.

Falls das Messsystem von Quato kein vollständig geschlossenes System war, sollte hier die Möglichkeit bestehen, auf ein anderes, frei verwendbares Kalibrations- bzw. Profilierungssystem umzusteigen, welches auch später problemlos für einen iMac oder einen anderen externen Bildschirm weiterverwendet werden kann. So könnten zukünftige Kompatibilitätsprobleme „umschifft” werden.
Nur wenn die Hardware zwingend und zeitnah ausgetauscht werden müsste, würde ich aktuell über einen iMac nachdenken und diesen u.U. auch nur als eine zeitlich befristete Übergangslösung betrachten.

(Habe mich Anfang des Jahres durch eine Störung am Netzteil meines MacPro schlussendlich dazu durchgerungen, ein neues Netzteil aus den USA zu importieren und habe im Zuge des Einbaus den gesamten Rechner vollständig gereinigt sowie sämtliche Wärmeleitpasten an CPUs und Northbridge Chip erneutert. Der Rechner läuft wieder vollkommen problemlos und ich bin sicher, damit die richtige Entscheidung getroffen zu haben ;) )

geht

ollo schrieb:
… das war doch mal eine präzise Information. Hintergrund (hätte ich auch gleich schreiben können) ist die Überlegung, auf einen iMac zu wechseln, wenn mein alter Pro abraucht. Derzeit hängt ein Quato dran, der Hersteller ist aber pleite und die Software zur Kalibration wird nicht weiterentwickelt. Keine Ahnung, wie lange ich den Monitor also noch nutzen kann. Die Pros sind mir zu teuer und die Minis derzeit zu schwach.
Ich habe ein paar Jahre parallel mit einem 27" iMac und einem PC mit Eizo Coloredge gearbeitet, und hatte auch am iMac nie Probleme mit Farbabweichungen bei der Printproduktion. Nur das Gespiegel war mitunter lästig.

Gruß Uli