Stark verbessert: MacBook Pro

Leistungsfähiger, umweltfreundlicher, dünner – mit diesen Attributen bewirbt Apple seine neuen Laptops, die heute auf einer Pressekonferenz (Videoaufzeichnung hier) in der Konzernzentrale in Cupertino vorgestellt wurden. Der Hersteller hat für die MacBooks ein neuartiges Herstellungsverfahren entwickelt und hebt die hohe Grafikleistung hervor, die durch Nvidia-Technik erzielt wird.

Sowohl MacBook als auch MacBook Pro (Ausnahme: das 17-Zoll-Modell, das technisch und preislich unverändert blieb) verfügen nun über ein Ganzmetallgehäuse. Apples Chefdesigner Jonathan Ive erläutert: "Herkömmlicherweise werden Notebooks aus einer Vielzahl von Teilen hergestellt. Beim neuen MacBook haben wir all diese Teile durch ein einzelnes ersetzt: das Unibody-Aluminiumgehäuse. Das Präzisions-Unibody-Aluminiumgehäuse des neuen MacBook wird aus einem einzelnen Stück Aluminium gefertigt. Dies macht das neue MacBook wesentlich dünner, stabiler und robuster mit einer Gesamterscheinung von der wir bisher nicht einmal zu träumen gewagt hätten." Der gleiche Produktionsprozess kommt bereits beim MacBook Air, das zu Jahresbeginn eingeführt wurde, zum Einsatz.

Zwei Grafikchips

Bei den Laptops verabschiedet sich Apple von Intel-Chipsätzen und setzt künftig auf Technik von Nvidia. Diese sei in puncto Grafik deutlich leistungsfähiger, erklärte Steve Jobs während des Presse-Events und demonstrierte dies mit eindrucksvollen Benchmarks.

Beim neuen 15-Zoll-MacBook Pro haben die Anwender die Qual der Wahl: Das Profi-Notebook bringt sowohl den im Chipset integrierten Grafikprozessor Nvidia GeForce 9400M (nutzt bis zu 256 MB des Hauptspeichers) als auch die separate Grafik-CPU GeForce 9600M GT bis zu 512 MB VRAM mit. Wer die GeForce 9400M nutzt, verlängert die Akkulaufzeit laut Apple um ca. eine Stunde. Die GeForce 9600M GT wartet dagegen mit enormer Grafikpower auf.

Neues 15-Zoll-MacBook Pro
Das neue 15-Zoll-MacBook Pro


Neues, großräumiges Trackpad aus Glas

Verbessert wurde das Trackpad: "Das neue Multi-Touch-Trackpad des MacBook und des MacBook Pro 15-Zoll besteht aus Glas und bietet den Nutzern fast 40 Prozent mehr Arbeitsfläche als bisher. Es macht Multi-Touch-Fingerbewegungen noch einfacher und erleichtert die Bedienung durch Bewegungen wie auf- und zuziehen, drehen und streichen. Mit neuen Fingerbewegungen kann nun Exposé geöffnet oder zwischen einzelnen Applikationen hin und her gewechselt werden. Die gesamte Oberfläche des Trackpads ist dabei auch ein Knopf, der es dem Nutzer erlaubt sowohl den Cursor zu bewegen als auch zu klicken - und das auf der gesamten Fläche des Trackpads. Der Nutzer kann zusätzlich eine Vielzahl an virtuellen Knöpfen, wie zum Beispiel den Rechtsklick, über die Software aktivieren", so Apple.

Bis zu 2,8 GHz; schnellerer Frontside-Bus; SSD

Im 15-Zoll-MacBook Pro sind die aktuellsten Core 2 Duo-Prozessoren von Intel zu finden. Standardmäßig gibt es zwei Varianten mit 2,4 GHz (drei MB L2-Cache) oder 2,53 GHz (sechs MB L2-Cache), gegen Aufpreis ist in der größeren Variante eine 2,8 GHz-CPU (sechs MB L2-Cache; Preis: 270 Euro) zu haben.

Weitere Neuerungen gegenüber der Vorgängerserie: Ein mit 1066 MHz getakteter Frontside-Bus (vormals 800 MHz), DDR3-Arbeitsspeicher mit 1066 MHz (vormals DDR2 mit 667 MHz), größere Festplatten, ein (verspiegelter) Bildschirm mit LED-Hintergrundbeleuchtung und ein optionales Solid State Drive (SSD) mit 128 GB (Kostenpunkt: je nach Modell 450 oder 540 Euro Aufpreis). Das Gehäuse ist etwas dünner (2,41 statt 2,59 Zentimeter, aber geringfügig schwerer: 2,49 statt 2,45 Kilogramm).

Eine iSight-Webcam ist weiterhin an Bord, ebenso eine hintergrundbeleuchtete Tastatur und ein ExpressCard/34-Erweiterungsslot. Die Akkulaufzeit gibt Apple mit bis zu fünf Stunden an (bei Nutzung der GeForce 9400M; vier Stunden bei Nutzung der GeForce 9600M GT).

An Schnittstellen stehen 1x FireWire 800, 2x USB 2.0, Gigabit-Ethernet, WLAN nach 802.11n, Bluetooth 2.1+EDR, Mini Display Port (für DVI, VGA und Dual-Link DVI per Adapter) ein kombinierter optisch-digitaler Audio-Ausgang und ein kombinierter optisch-digitaler Audio-Eingang zur Verfügung. Während das Fehlen von FireWire 400 zu verschmerzen ist, da FireWire 800 mittels eines Adapters abwärtskompatibel ist, dürfte sich Apple für den Verzicht auf ein mattes Display, das bei der Vorgängerserie optional erhältlich war, Kritik von Anwendern einfangen.

Das 15-Zoll-MacBook Pro ist laut Apple frei von giftigen Chemikalien "unter Verwendung von bromfreien Flammschutzmitteln, PVC-freien Kabeln und Komponenten, sowie energieeffizienten und quecksilberlosen Displays mit LED-Hintergrundbeleuchtung und arsenfreiem Glas."

Modellübersicht

MacBook Pro mit 15,4-Zoll-Breitformatbildschirm, Core 2 Duo-Prozessor mit 2,4 GHz, zwei GB DDR3-RAM, 1066 MHz Frontside-Bus, 8x DVD-Brenner, 250-GB-Festplatte, zwei Grafikprozessoren (GeForce 9400M und GeForce 9600M GT mit 256 MB VRAM). Preis in Deutschland und Österreich: 1799 Euro (Schweiz: 2549 Franken).

MacBook Pro mit 15,4-Zoll-Breitformatbildschirm, Core 2 Duo-Prozessor mit 2,53 GHz, vier GB DDR3-RAM, 1066 MHz Frontside-Bus, 8x DVD-Brenner, 320-GB-Festplatte, zwei Grafikprozessoren (GeForce 9400M und GeForce 9600M GT mit 256 MB VRAM). Preis in Deutschland und Österreich: 2249 Euro (Schweiz: 3199 Franken).

Weshalb die technischen Verbesserungen nicht in das 17-Zoll-Modell eingeflossen sind, bleibt vorerst Apples Geheimnis. Das 17-Zoll-MacBook Pro gibt es weiter für 2499 Euro bzw. 3599 Franken mit 2,5 GHz-CPU, 800 MHz-Frontside-Bus und GeForce 8600M GT. Dafür kommt es nun standardmäßig mit einem hoch auflösenden, LED-beleuchteten Display (1920 x 1200 Pixel), doppelt so viel Arbeitsspeicher (vier statt zwei GB) und einer größeren Festplatte (320 GB). Ein SSD-Laufwerk gibt es als Option.

Weitere Ankündigungen Apples am 14. Oktober 2008

Mit Alu-Gehäuse: Neues MacBook
Aufgefrischt: MacBook Air
Cinema Display mit iSight

Lesen Sie auch:

Details zu den neuen MacBooks (16.10.2008)

Kommentare

Spiegelndes Display

Matt gibts nicht mehr.

Da werden sich die Profis aber freuen.

Minimalismus pur, typisch Apple. Leider hier zum negativen.

Genau so sieht´s aus

Ich hatte mich ja schon auf neue mobile Geräte von Apple gefreut und würde gerne zu meinem Mac Pro ein MacBook Pro gesellen. Allerdings sind die spiegelnden Displays ein absoluter Krampf und ich glaube nicht, dass ich mich dazu hinreißen werde, da drüber hinwegzusehen, auch wenn die neuen Modelle ansonsten recht vielversprechend klingen. Hoffen wir mal, dass die user in den USA so viel Druck auf Apple ausüben, dass sie die Strategie noch einmal überdenken (manchmal funktioniert das ja - siehe Firewire, was bei den ersten MacBooks Pro ja auch fehlte und später wieder dazu kam).

Schneller, aber ingesamt enttäuschend

Schade, daß Apple sich immer mehr in Features verliert, die zwar nett sind (Glass Trackpad und Gestensteuerung) aber einfach überhaupt nicht wichtig. Die Fertigung des neuen Gehäuses interessiert mich als Endanwender ehrlich gesagt auch nicht sehr und leichter geworden ist das Gerät dadurch ja nicht, obwohl 50% weniger Aluminimium gebraucht werden. Ein Stabilitätsproblem hatte mein MacBook Pro 15" bisher in 2 Jahren jedenfalls nicht. Der Trauerrand um das Display ist Geschmackssache, aber das grösste Manko wird totgeschwiegen: die Tastatur sieht auf den Großaufnahmen eindeutig nach der Gummitastatur des MacBook aus, d.h. die ohnehin nicht besonders hochwertige Tastatur wird noch schlechter. Durch höhere Leistung bei Grafik, Bus und CPU wird sich das Gerät sehr wahrscheinlich auch (noch) stärker aufheizen als bisher, was die Lebensdauer der Bauelemente wiederum verkürzt. Zusammen mit dem ebenfalls nicht günstigeren Preis der neuen Modelle sehe ich also summa summarum keinen wirklichen Anreiz für das neue Modell. Ich finde, man muss Apple nicht alles abnehmen und hochloben (wie es bspw. der Artikel auf macnews tut), und nach den Berichten über verbaute defekte Grafikchips würde ich nun ohnehin erst einmal auf die ersten Erfahrungsberichte warten.