Logic Pro und MainStage im Mac-App-Store erschienen

09. Dez 2011 01:00 Uhr - sw

Apple hat die Musikproduktionssoftware Logic Pro im Mac-App-Store (Partnerlink) veröffentlicht. Dort ist sie zum Preis von 149,99 Euro erhältlich. Auch MainStage (Partnerlink), eine Software zur Durchführung von Live-Auftritten, ist nun im Mac-App-Store zu haben (Preis: 29,99 Euro).

Das nur auf DVD angebotene Softwarepaket Logic Studio, es enthält neben Logic Pro und MainStage auch Soundtrack Pro, wird eingestellt. Logic Pro und MainStage werden künftig ausschließlich als Download vertrieben – wie bereits andere Software von Apple, darunter Aperture, Final Cut Pro X, iLife und Mac OS X.

Das Audiobearbeitungsprogramm Soundtrack Pro hat offenbar keine Zukunft. Es ist nicht im Mac-App-Store zu finden. Diese Entwicklung deutete sich bereits mit der Markteinführung von Final Cut Pro X an. Denn Soundtrack Pro gehörte auch zu Final Cut Studio. Während es die zu Final Cut Studio gehörenden Anwendungen Final Cut Pro, Compressor und Motion in den Mac-App-Store schafften, blieb Soundtrack Pro schon damals außen vor.

Logic Pro im Mac-App-Store

Logic Pro jetzt im Mac-App-Store erhältlich.


Preislich ist Logic Pro nun deutlich attraktiver als zuvor. Anwender müssen jetzt nicht mehr 499 Euro (Preis von Logic Studio) auf den Tisch legen, um Logic Pro nutzen zu können. Weiterer Vorteil: Die im Mac-App-Store gekauften Versionen von Logic Pro und MainStage dürfen auf allen persönlichen Macs installiert werden.

Die weiteren mit Logic Studio gelieferten Inhalte, darunter Apple Loops, Jam Packs und Instrumente, können bei Bedarf kostenlos über die Mac-App-Store-Version von Logic Pro heruntergeladen werden. Insgesamt stehen laut Apple 19 GB an Inhalten zum Download bereit.

Ebenfalls eingestellt wird Logic Express. Dies dürfte angesichts des neuen Preises von Logic Pro zu verschmerzen sein – schließlich kostete Logic Express 199 Euro und damit 50 Euro mehr als Logic Pro im Mac-App-Store.

Kommentare

Einen anderen Grund kann ich nicht sehen (ausgerechnet) zu ProTools zu wechseln. :-) So schlecht kann Logic gar nicht werden um z.B. im MIDI Bereich jemals das Niveau von PT zu erreichen. Ausserdem finde ich es gut, dass das Paket aufgeschnürt wird. MainStage fand ich schon immer total überflüssig und SoundtrackPro - hat das wirklich jemand verwendet?

Logic scheint mir auch langsam zum Spielprogramm zu werden. Die Signalsummierung von Protools soll unschlagbar klingen, arbeiten mit DSPs endlich bezahlbar, und es gibt eine gewisse Kompatibilität auch zu professionellen Freaks, die mit Windows arbeiten ... ("schmeiss doch mal dein cubase weg, kumpel" wäre passend — "kauf dir 'nen Mac" ist dagegen überzogen).

Einfach billiger zu werden, ist mir zu billig. Wie schon erwähnt, fallen offenbar Soundtrack Pro und Waveburner weg - Soundtrack nutze ich viel zum Mastern extern erstellter Einzeltracks - es wäre in Sachen Geschwindigkeit allerdings stark verbesserungswürdig.

Und noch ein Wort zum App Store: Ich möchte hier niemanden beleidigen, der diese Einrichtung mag, aber auf mich wirkt diese Einrichtung charmant wie eine öffentliche Toilette. Ich lasse mich lieber von echten Profis im Fachhandel beraten - und diese Option fällt jetzt weg.
Über die Beratungsqualität der Applestore-Mitarbeiter für Kunden mit professionellen Ambitionen ist hier schon an anderer Stelle (Stichwort Grafik) berichtet worden.

Mit anderen Worten: Logic ist mir wirklich zu billig geworden, lieber gaffer (ich denke, Dein Nickname kommt vom Tape, nicht von 'spannern', und wir kommunizieren hier also unter Profis :-))

Besten Gruß
Uli

Gruß Uli

Ich wundere mich etwas über die Aussage, dass das Arbeiten mit DSPs von Digidesign/Avid nun bezahlbar sein soll. Wer mit ProTools TDM arbeiten möchte, benötigt nach wie vor die Digidesign Hardware und die ist sündhaft teuer! Ein komplettes und halbwegs vernünftiges System ist unter 10.000€ nicht zu haben - den Mac Pro oder die passende Windows-Kiste vorausgesetzt. ProTools ist, was MIDI angeht, unterirdisch. Nicht umsonst ist und bleibt Logic in den Studios neben ProTools für Audio der Standard. Was haben Preis und Vertriebsstruktur denn mit der Qualität zu tun? Dieser Weg war doch nur logisch. Geh doch mal in ein Fachgeschäft und lass Dich zu Logic beraten.....da bekommst Du die dreieinhalb Grundfunktionen gezeigt und mehr wissen die auch nicht. Andere Hersteller vertreiben ihre Software schon lange über das Internet und trotzdem sind die Produkte gut (z. B. Native Instruments, XLN Audio, IK Multimedia, Sample Modeling und andere). Avid musste ProTools für Interfaces anderer Hersteller öffnen, weil sonst das komplette System samt DSP-Hardware den Bach runter gegangen wäre und nicht mehr konkurrenzfähig ist. Selbst große Studios setzen mehr und mehr auf Produkte anderer Hersteller und kaufen sich anstelle eines ProTools Systems lieber Logic oder Nuendo plus einige vernünftige Rechner. ProTools wird in Studios ohnehin fast ausschließlich als Bandmaschinen-Ersatz, sprich für Audio, benutzt. Die ganzen Vorarbeiten laufen fast immer mit Logic oder den Systemen ab, die der Produzent oder Arrangeur benutzt. Anschließend wird jede Spur als Audio File gebounced und dann in ProTools importiert. Man ist also immer kompatibel. Alles andere macht auch gar keinen Sinn, weil in der Regel ganz andere Plug-Ins genutzt werden, die eventuell das Studio, welches die Aufnahmen weiter verarbeitet, gar nicht besitzt. Mit Logic ist man immer auf der sicheren Seite, weil es einerseits sowieso in fast jedem Studio anzutreffen ist, andererseits die gerenderten Audiofiles immer importiert werden können. Klanglich konnte ich noch keinen Unterschied zwischen ProTools und Logic feststellen. Das mag dann eher an demjenigen liegen, der die Systeme bedient.

[quote=magal]Wer mit ProTools TDM arbeiten möchte, benötigt nach wie vor die Digidesign Hardware und die ist sündhaft teuer! Ein komplettes und halbwegs vernünftiges System ist unter 10.000€ nicht zu haben - den Mac Pro oder die passende Windows-Kiste vorausgesetzt.[/quote]

Da kann ich nur nickend beipflichten

Ich selbst hatte mehrere PT Hardware Systeme und hätte nur mit vorgehaltener Waffe mit deren Software gearbeitet, sondern habe immer die PT Harware mit Logic betrieben. Das eigentlich innovative war die "nahe" Anbindung der Rechenleistung über TDM. Diese DSP Karten kommunizieren direkt mit den Aus-Eingängen über ein Flachbandkabel, den TDM Bus. Dabei spielt der verbaute Prozessor fast gar keine Rolle. Ich habe schon mit Quadras 16 In/Out mit den damals besten PlugIns verwaltet und als die ersten nativ arbeitenden Systeme kamen überhaupt nicht verstanden was da immer über Latenzen (Signalverzögerung im System) geredet wurde. Die gab es bei PT schlicht nicht (ja, klar 5-9 Samples, oder was ähnlich bedeutungsloses, die ersten Win Systeme brachten mit den damals üblichen Soundkarten vor ASIO locker eine dreiviertel Sekunde Verzögerung.)

Jetzt haben wir eine Hardware, die in den Neunzigern wirklich sensationell war, eine Software, die sich langsam an das untere Ende des damals machbaren ranrobbte und einen affigen Preis. Das weckte Begehrlichkeiten. PT zu besitzen war wie Lamborghini fahren, Filmproduzenten forderten ohne gross nachzudenken von den Tonleuten: kauf dir PT, dann sind wir kompatibel. Der Ruf der Hardware übertrug sich irgendwie auf die Software. Die ist inzwischen deutlich besser, als in den Vor-Avid Zeiten, hat aber mMn. kein einziges herausragendes Merkmal. Dafür kann man die SW inzwischen auch mit den ganzen M-Audio Kisten fahren (auch von Avid gekauft) aber sonst?