OS X 10.9: Checkliste für den Umstieg

23. Okt 2013 10:00 Uhr - sw

Apples neues Betriebssystem OS X 10.9 "Mavericks" ist da. Es steht kostenlos im Mac-App-Store zum Download bereit und bietet nach Herstellerangaben über 200 Neuerungen. Doch so verlockend die Installation eines neuen Betriebssystems kurz nach dem Verkaufsstart auch sein mag, es gibt einige Dinge vor dem Umstieg zu beachten.

Überblick

1) Vor der Installation unbedingt ein vollständiges Backup durchführen!
2) Ist Ihr Mac mit OS X 10.9 "Mavericks" kompatibel?
3) Wurde die von Ihnen benötigte Software bereits an OS X 10.9 angepasst?
4) Ist genügend Arbeitsspeicher vorhanden?
5) Verfügen Sie über eine ausreichend schnelle Internetverbindung?
6) Keine Lust auf Kinderkrankheiten? Besser erst einige Updates abwarten!
7) OS X 10.9 auf Testsystem installieren
8) Einschränkungen von OS X 10.9 beachten

1) Vor der Installation unbedingt ein vollständiges Backup durchführen!
Dies ist die wichtigste Grundregel vor dem Umstieg auf ein neues Betriebssystem. Erst nach einer vollständigen Datensicherung sollte die Installation von OS X 10.9 durchgeführt werden. Damit sind Sie für den Ernstfall gerüstet. Wird das System beispielsweise aufgrund einer Softwareinkompatibilität oder wegen einer durch Stromausfall abgebrochenen Installation unbrauchbar, können Sie dank Backup jederzeit ohne Datenverlust zum vorherigen Stand zurückkehren.

Empfehlenswert sind Backups via Time Machine (manuelles Backup vor der Installation anstoßen) oder die Erstellung einer 1:1-Kopie der gesamten Systems mit dem Festplattendienstprogramm oder Tools wie Carbon Copy Cloner.

2) Ist Ihr Mac mit OS X 10.9 "Mavericks" kompatibel?
OS X 10.9 läuft auf allen Macs, die mit OS X 10.8 "Mountain Lion" kompatibel sind. Es handelt sich dabei um folgende Mac-Baureihen:

- iMac (Mitte 2007 oder neuer)
- Mac mini (Anfang 2009 oder neuer)
- Mac Pro (Anfang 2008 oder neuer)
- Xserve (Anfang 2009)
- MacBook Air (Ende 2008 oder neuer)
- MacBook Pro (Mitte 2007 oder neuer)
- MacBook (Ende 2008 oder neuer)

Wenn Sie nicht sicher sind, ob Ihr Mac mit OS X 10.9 kompatibel ist, rufen Sie das Fenster "Über diesen Mac" aus dem Apple-Menü auf und klicken darin auf "Weitere Informationen". Anschließend erscheint ein weiteres Fenster, das Auskunft über das Baujahr des Macs gibt.

3) Wurde die von Ihnen benötigte Software bereits an OS X 10.9 angepasst?
Die Installation eines neuen Betriebssystems macht überhaupt keinen Sinn, wenn die für die tägliche Arbeit benötigten Programme, Treiber und Plug-ins noch nicht angepasst wurden. Im schlimmsten Fall legt man so ein produktives System komplett lahm.

Daher: Prüfen Sie unbedingt, ob die von Ihnen benötigte Software bereits mit OS X 10.9 kompatibel ist. Einen guten Überblick gibt die Web-Seite RoaringApps. Wer allerdings auf Nummer sicher gehen will, wartet die offiziellen Stellungnahmen bzw. Updates der jeweiligen Softwarehersteller ab. MacGadget informiert im Rahmen der laufenden Berichterstattung über die Softwarekompatibilität mit OS X 10.9.

4) Ist genügend Arbeitsspeicher vorhanden?
Nach Angaben von Apple benötigt OS X 10.9 mindestens zwei GB Arbeitsspeicher. Erfahrungsgemäß sind jedoch zwei GB RAM zu wenig, um dauerhaft flüssiges Arbeiten mit mehreren Anwendungen zu gewährleisten. Zu empfehlen sind mindestens vier, besser acht GB Arbeitsspeicher. Falls Ihr Mac über weniger als vier GB RAM verfügt, sollten Sie über eine Aufrüstung nachdenken, sofern diese möglich ist.

5) Verfügen Sie über eine ausreichend schnelle Internetverbindung?
Für den Download von OS X 10.9 ist eine schnelle Internetverbindung sehr zu empfehlen. Der Downloadumfang des Betriebssystems beträgt 5,29 GB, d. h. bei einer DSL-2000-Leitung dauert es etwa sechs Stunden, bis das Betriebssystem heruntergeladen wurde. Wer nicht mindestens über DSL 2000 verfügt, sollte OS X 10.9 besser über eine andere, schnellere Leitung herunterladen, beispielsweise bei einem Bekannten oder in einem Apple-Ladengeschäft.

6) Keine Lust auf Kinderkrankheiten? Besser erst einige Updates abwarten!
Ein Betriebssystem ist eine hochkomplexe Software. Aufgrund dieser Komplexität ist es während der Entwicklungs- und Testphase nahezu unmöglich, alle Fehler aufzuspüren und zu beseitigen. Einige Fehler werden schlichtweg in den vielen Millionen Codezeilen übersehen, andere treten erst im Praxiseinsatz unter spezifischen Bedingungen auf.

Wer den Kinderkrankheiten eines neuen Betriebssystems aus dem Weg gehen will, sollte einige Updates abwarten – vor allem dann, wenn der Mac für die tägliche Arbeit genutzt wird. Im Fall von "Mavericks" ist es daher durchaus empfehlenswert, mit dem Umstieg bis zur Version 10.9.1 oder sogar bis zur Version 10.9.2 zu warten.

7) OS X 10.9 auf Testsystem installieren
Vor allem Anwender, die ihre Macs für die tägliche Arbeit benötigen, sollten OS X 10.9 zuerst auf einem Testsystem ausprobieren – am besten durch Klonen der bestehenden Installation auf ein externes Laufwerk und der Aktualisierung des Klons auf OS X 10.9. So lässt sich sehr einfach herausfinden, ob bzw. welche Probleme mit den genutzten Programmen und Peripheriegeräten auftreten. Die bestehende OS-X-Installation bleibt unberührt und kann wie gewohnt für produktive Tätigkeiten eingesetzt werden.

8) Einschränkungen von OS X 10.9 beachten
Apple hat in OS X 10.9 die lokale Synchronisation zwischen iTunes und iOS-Geräten eingeschränkt. In älteren Betriebssystemversionen können Kontakte, Termine, Safari-Lesezeichen und E-Mail-Accounts mit iTunes über eine USB- oder WLAN-Verbindung mit einem iOS-Gerät abgeglichen werden. In OS X 10.9 funktioniert dies nicht mehr – die entsprechenden Optionen fehlen in iTunes. Stattdessen verweist Apple auf den Datenabgleich über iCloud. Wer iCloud nicht nutzen will, sollte warten bis Apple nachgebessert hat oder ein Dritthersteller eine Software für die lokale Synchronisation anbietet.

Kommentare

Ich kann mich der Empfehlung dieses Artikels (Punkt 6), erst einige Updates abzuwarten bevor man den Umstieg auf Mavericks wagt, voll und ganz anschließen!

Meine Erfahrungen mit Mavericks: Das neue OS läuft langsamer als Mountain Lion und die Akkulaufzeit ist nicht länger (wie versprochen), sondern kürzer. Das ganze OS fühlt sich eher wie eine Betaversion an. Gmail-Probleme in Mail, Abstürze in Safari und iTunes, langsame Bootzeiten, viele Bugs in iBooks, lokaler iPhone Sync geht nicht mehr, Bugs mit mehreren Displays, Sync Services sind weg, HP Scanjet 4850 lässt sich nicht nutzen usw. usf. Ich fühle mich wie ein Betatester. Updates sind dringend notwendig!! Wer noch nicht gewechselt ist, wartet besser noch ein paar Wochen.

Ich hatte Mavericks 10.9.1 frisch und sauber auf einem MBP 2.5 Early 2008 4 GB RAM mit einer SSD 128 GB Super Talent UltraDrive FTM28GX25H installiert.
Damit ist das MBP lahm wie wenn ein Virenscanner im Hintergrund läuft.
Auch die SSD lief wie durch einen Filter, wie eine normale Festplatte. Dabei waren Spotlight anderes deaktiviert.

Zurück auf Snow Leo hat es den alten, flotten Speed.

Mavericks ist das erste Betriebssystem von Apple das ich kpl. nicht verwende, auch auf einem iMac Late 2013 nicht, der glücklicherweise noch mit ML ausgeliefert wurde.

Ich mag eher Betriebssysteme die klein, einfach und übersichtlich sind. Bisher habe ich nicht über immer neue Gimmiks rumgemault, sondern diese einfach nicht benutzt.
Ich fürchte, mit Mavericks hat Apple meine Schmerzgrenze erreicht.

Einen richtigen Schuß in den eigenen Ofen hat Apple damit gelandet, dass Mavericks ohne Kompatibilitätsprüfung der installierten Programme einfach über das alte OS X drüberbügelt wird. Damit hat Apple bei vielen Benutzen einigen Frust generiert. Noch nichtmal einen Hinweis oder Warnung gibts vorher.