Zwölf kostenlose Tools, die auf keinem Mac fehlen sollten

Sie werden für produktives Arbeiten nicht zwingend benötigt, können jedoch eine große Hilfe sein: Tools. Für den Mac gibt es eine Vielzahl dieser kleinen Helfer, die beispielsweise bei der Systempflege assistieren, Schutz vor Schadsoftware bieten, lästige Adware entfernen oder Zugriff auf versteckte Funktionen ermöglichen. In diesem Artikel stellt MacGadget zwölf kostenlose Tools vor, die eigentlich auf keinem Mac fehlen sollten.

1) DiskMaker X erstellt bootfähige Installationsmedien

Den Mac neu aufsetzen, ein Betriebssystemupgrade durchführen, OS X auf einem neuen Laufwerk installieren – dafür benötigt man OS-X-Installationsprogramme, die sich aus dem Mac-App-Store beziehungsweise über die Wiederherstellungspartition herunterladen lassen. Doch anstatt jedes Mal den benötigten Installer neu herunterzuladen, ist es sinnvoller, ein bootfähiges Installationslaufwerk anzulegen. Möglich macht dies das Tool DiskMaker X. Das ab OS X 10.6 lauffähige Programm erstellt mit wenigen Klicks auf einem USB-Stick, einer Speicherkarte oder einer Dual-Layer-DVD mit mindestens acht GB Kapazität ein Installationsmedium auf Basis des OS-X-Installers (Versionen 10.7 bis 10.10). Der Installer für OS X Yosemite ist im Mac-App-Store (Partnerlink) zu finden. Ältere OS-X-Installer können, sofern sie bereits einmal geladen wurden, über den Tab "Einkäufe" im Mac-App-Store erneut bezogen werden.

2) AppCleaner entfernt Programme samt zugehöriger Dateien

Das Löschen von Programmen unter OS X ist unkompliziert: das Programmicon auf den Papierkorb ziehen, gegebenenfalls mit Admin-Rechten authentifizieren, Papierkorb löschen, fertig. Doch das ist nur die halbe Geschichte. Jede Anwendung legt im System verschiedene Dateien an, zum Beispiel Voreinstellungen, Caches oder temporäre Dateien. Wird das Programm durch Ziehen des Programmicons in den Papierkorb gelöscht, verbleiben die dazugehörigen Dateien auf dem Mac. Daher empfiehlt sich der Einsatz von AppCleaner. Das Tool (erfordert mindestens OS X 10.6) löscht Software rückstandsfrei, indem auch dazugehörige Dateien entfernt werden.

AppCleaner


Bild: FreeMacSoft.


3) ClamXav findet und löscht Schadsoftware

Der Ausspruch "Für OS X gibt es keine Schadsoftware wie Trojaner, Viren oder Würmer" ist bekanntermaßen ein Mythos. Es gibt de facto Schadsoftware für den Mac, sie kursiert in geringer Zahl meist in Form von Trojanern in dunklen Ecken des Internets. Besteht deswegen die Notwendigkeit, einen Schadsoftware-Scanner zu installieren? Eigentlich nein. Denn OS X bietet seit Version 10.6 einen integrierten Schutz vor Schadsoftware, der heruntergeladene Dateien automatisch überprüft und im Ernstfall Alarm schlägt.



Dennoch kann es sinnvoll sein, ClamXav zu installieren. Das Programm findet und löscht Schadsoftware sowohl für OS X als auch für Linux und Windows. Letzteres ist sinnvoll, wenn häufig Dateien mit Linux- und Windows-Usern ausgetauscht werden – denn wer will schon unbeabsichtigt Schadsoftware weitergeben? Außerdem bietet ClamXav eine Funktion, die der OS-X-Schadsoftware-Scanner nicht hat: Das ab OS X 10.6 lauffähige Programm kann komplette Laufwerke durchsuchen.

Hinweis: ClamXav ist seit Juni 2015 kostenpflichtig. Kostenlose Alternativen sind zum Beispiel "Antivirus for Mac" von Sophos oder "Free Antivirus für Mac" von Avira.

4) Trim Enabler aktiviert Trim-Befehl für alle SSDs

Beim Langzeitbetrieb von SSDs kommt dem so genannten Trim-Befehl eine große Bedeutung zu. Der Trim-Befehl verhindert, dass es zu Geschwindigkeitseinbußen kommt, wenn ein SSD-Laufwerk über einen langen Zeitraum genutzt wird. OS X unterstützt den Trim-Befehl zwar serienmäßig, jedoch nur für von Apple gelieferte SSD-Laufwerke.

Trim Enabler


Bild: Cindori Software.



Mit dem Trim Enabler (setzt OS X 10.7 oder neuer voraus) kann die Trim-Unterstützung auch für nachgerüstete bzw. externe SSDs, die von anderen Anbietern stammen, freigeschaltet werden. Vor Nutzung der Software sollte sicherheitshalber ein vollständiges Backup angelegt werden. Trim Enabler ist in der Basisversion kostenlos, Trim Enabler Pro mit Zusatzfunktionen ist kostenpflichtig. Wichtiger Hinweis: Unter OS X Yosemite kann Trim Enabler nur genutzt werden, wenn die Sicherheitsfunktion "Kext Signing" abgeschaltet wird (Details dazu hier).

5) TinkerTool ermöglicht Zugriff auf versteckte Funktionen

OS X ist leistungsfähiger, als es auf den ersten Blick erscheint. Das System bietet viele Funktionen und Einstellungsoptionen, die nicht über die Benutzeroberfläche, sondern nur über das Terminal zugänglich sind. Komfortabler geht es mit TinkerTool. Das Programm (für OS X 10.6 oder neuer) ermöglicht den Zugriff auf viele versteckte Einstellungen von Benutzeroberfläche, Finder, Dock, Safari, Dashboard, Spaces, Mail, Spotlight, iTunes, Time Machine, QuickTime und Adressbuch.

TinkerTool


Bild: Dr. Marcel Bresink.



6) AdwareMedic entfernt lästige Werbesoftware (Adware)
Adware wird auch auf dem Mac zunehmend zum Problem. Die unerwünschte Werbesoftware gelangt meist über unseriöse Web-Sites auf den Mac und nistet sich in Browsern wie Firefox und Safari ein. Typisches Verhalten von Adware ist beispielsweise das Ändern von Startseite oder Suchmaschine und das ständige Anzeigen von Werbung in Tabs oder als Pop-ups (automatisch aufklappende Fenster).

AdwareMedic

Bild: Thomas Reed.



Nach Angaben von Apple von Apple entfernt das Betriebssystemupdate OS X 10.10.3 eventuell vorhandene Adware, doch dies gelingt nicht immer. Apple empfiehlt in diesem Fall das manuelle Löschen verschiedener Dateien in den Untiefen des Systems. Wesentlich bequemer geht es mit dem von Thomas Reed entwickelten Tool AdwareMedic. Es durchsucht den Mac nach bekannter Adware-Software, listet Treffer übersichtlich auf und ermöglicht das Löschen von Adware mit einem Klick. Weiterer Vorteil: AdwareMedic läuft auch auf älteren OS-X-Versionen und kann bereits ab OS X 10.7 eingesetzt werden.

Hinweis: AdwareMedic heißt jetzt "Malwarebytes Anti-Malware for Mac" und ist für den privaten Einsatz weiterhin kostenlos.

7) The Unarchiver entpackt viele Archivformate

OS X kann von Haus aus Archivformate wie .zip entpacken. Bei anderen bzw. exotischen Komprimierungsformaten hilft das Mac-Betriebssystem jedoch nicht weiter. Abhilfe schafft The Unarchiver. Der ab OS X 10.6 lauffähige Entpacker unterstützt eine Vielzahl an Archivformaten, darunter 7z, Gzip, Bzip2, StuffIt, DiskDoubler und RPM.

8) Onyx ermöglicht Systempflege

OS X läuft im Regelfall wartungsfrei, d. h. ohne Systempflege durch den Anwender. Dennoch kann es bei Problemen erforderlich sein, bestimmte Wartungsroutinen auszuführen. Hier empfiehlt sich Onyx - das Programm kann beispielsweise System- und Programmcaches löschen, den Spotlight-Index neu aufbauen, die OS-X-Wartungsskripte durchlaufen lassen, Logdateien löschen, den SMART-Status von Laufwerken prüfen. Außerdem ermöglicht Onyx den Zugriff auf versteckte Systemeinstellungen. Onyx gibt es in mehreren Versionen für OS X 10.2 bis OS X 10.10.



9) OmniDiskSweeper macht Speicherfresser sichtbar

Besonders auf Macs mit kleinen Festplatten bzw. SSDs ist Speicherplatz ein wertvolles Gut. Der Download von Software, der Import der neuesten Fotos, die Erstellung umfangreicher Projektdateien – der freie Speicherplatz kann schnell schrumpfen. Im schlimmsten Fall beeinträchtigt dies die Produktivität, denn OS X und viele Programme benötigen Platz für Auslagerungs- bzw. temporäre Dateien, um einen reibungslosen Betrieb zu gewährleisten. Ist kein oder nur wenig Speicherplatz für Auslagerungs- oder temporäre Dateien verfügbar, kann dies negative Auswirkungen auf die Performance haben.

Anwender, die Platz auf den Laufwerken ihrer Macs schaffen wollen, sollten sich OmniDiskSweeper einmal näher ansehen. Das ab OS X 10.8 lauffähige Tool macht Speicherfresser auf einen Blick sichtbar, indem die größten Ordner und Programme in einer mehrspaltigen Verzeichnisdarstellung ganz oben aufgelistet werden. Per "Löschen"-Button können nicht mehr benötigte Ordner und Dateien in den Papierkorb befördert werden. Systemdateien werden hervorgehoben, damit diese nicht versehentlich gelöscht werden. Sicherheitshalber sollte vor der Nutzung von OmniDiskSweeper ein vollständiges Backup angelegt werden.

10) coconutBattery informiert über MacBook-Akku

coconutBattery zeigt umfangreiche Informationen zum Akku eines Mac-Notebooks an. Das Programm gibt Auskunft über den aktuellen Ladezustand und über die maximale Kapazität des Akkus und stellt diese Daten in Vergleich zur Originalkapazität bei Auslieferung des Geräts. Auch informiert das Tool über Anzahl der Ladezyklen, Akkutemperatur, aktuellen Stromverbrauch, Alter von Akku und Mac sowie Details bei einem Akku-Defekt. Ein Pflichtprogramm auf jedem Mobilmac (ab OS X 10.7)!

coconutBattery


Bild: Christoph Sinai.



11) CheatSheet: Tastaturkürzel auf einen Blick
CheatSheet (ab OS X 10.7) gibt einen Überblick über alle Menü-Tastaturkürzel einer Anwendung. Nach längerem Drücken der Befehlstaste listet CheatSheet sämtliche Tastenkombinationen auf, die in den Menüs des gerade im Vordergrund befindlichen Programms zu finden sind. Zuvor muss in den Systemeinstellungen unter "Bedienungshilfen" die Option "Zugriff für Hilfsgeräte aktivieren" eingeschaltet werden. Wird die Befehlstaste losgelassen, wird die Tastaturkürzelübersicht ausgeblendet. Das Tool kann über ein Icon, das rechts unten in der Tastaturkürzelübersicht zu finden ist, beendet werden.

12) EasyFind: Perfekte Ergänzung zu Spotlight
EasyFind ist eine Alternative zu Spotlight und kann, im Gegensatz zur Mac OS X-Suchfunktion, Dateiinhalte ohne vorherige Indexierung durchsuchen. EasyFind unterstützt Boolean- und Wildcard-Suchabfragen und kann auch in Paketinhalten und nach unsichtbaren Dateien und Ordnern suchen. Die ab OS X 10.6.8 lauffähige Software soll sich durch eine niedrige Arbeitsspeicherauslastung auszeichnen und unterstützt zudem Quick Look zur Vorschau von Dateiinhalten.


Nachwort: Unsere Aufstellung ist natürlich lediglich eine Empfehlung für die Grundausstattung eines Macs. Daneben gibt es noch weitere empfehlenswerte Tools, die einen Blick lohnen, wie zum Beispiel Quicksilver (Programmstarter und mehr), MenuMeters (Systemüberwachungstool für die Menüleiste), smcFanControl (Steuerung der Lüfterdrehzahl; zeigt Temperatur und aktuelle Drehzahl in der Menüleiste an) oder Flashlight (Plug-ins für Spotlight).

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Kommentare

Tolle Liste!

Kann ich komplett so unterschreiben! Da sind wirklich einige Must-Haves dabei. Ohne DiskMaker X, TinkerTool, CoconutBattery, ClamXav und Unarchiver geht es IMHO fast nicht mehr. Statt AppCleaner nutze ich ein anderes Programm (war mal bei einem Bundle dabei), aber AppCleaner funzt auch einwandfrei. Nachdem ich mir neulich mal Adware eingefangen habe, ist auch AdwareMedic für mich inzwischen unverzichtbar. EasyFind hat mir auch schon öfters geholfen, weil Spotlight manchmal einfach nicht taugt.

@MacGadget: Tolle Liste! Ich habe den Artikel bereits weiterempfohlen und dass ich über Euer Amazon Affiliate-Banner einen Einkauf getätigt habe, wird Euch sicherlich auch freuen. ;-)

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CheatSheet und AdwareMedic kannte ich noch gar nicht. Vorhin geladen und ausprobiert, beides super Tools! Danke für den Artikel - ist wirklich gelungen.

+1

TheDoc schrieb:
CheatSheet und AdwareMedic kannte ich noch gar nicht. Vorhin geladen und ausprobiert, beides super Tools! Danke für den Artikel - ist wirklich gelungen.

+1. Dem schließe ich mich voll und ganz an.

AV-Software

Vor Anti-Viren-Software möchte ich warnen, denn den letzten Drive-By-Trojaner für den Mac wurde von keiner AV-Software erkannt oder gar verhindert. Als dann die Macs infiziert waren, haben einige AV-Hersteller Entfernen-Tools angeboten, die aber das System so schwer beschädigten, dass es anschließend nicht mehr lief. Aber auch im normalen Betrieb beeinträchtigen AV-Programme den Mac zu sehr.

Fazit: Keinerlei Nutzen, aber hohes Schadenrisiko für den Mac. Also, Finger weg von solchen Tools!

Keinerlei Probleme mit ClamXav

Gerhard Uhlhorn schrieb:
Vor Anti-Viren-Software möchte ich warnen, denn den letzten Drive-By-Trojaner für den Mac wurde von keiner AV-Software erkannt oder gar verhindert. Als dann die Macs infiziert waren, haben einige AV-Hersteller Entfernen-Tools angeboten, die aber das System so schwer beschädigten, dass es anschließend nicht mehr lief. Aber auch im normalen Betrieb beeinträchtigen AV-Programme den Mac zu sehr.

Fazit: Keinerlei Nutzen, aber hohes Schadenrisiko für den Mac. Also, Finger weg von solchen Tools!

Kann ich absolut nicht bestätigen. ClamXav läuft seit Jahren zuverlässig und problemlos im Hintergrund. Gibt es mal einen größeren Bug, reagiert der Entwickler schnell und freundlich.

ClamXav ist für mich wegen des Dateiaustauschs mit Windows-Usern unverzichtbar.

Zum Artikel: Gute Arbeit! :-)

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Wie entfernt man Dateileichen?

"2) AppCleaner entfernt Programme samt zugehöriger Dateien"
Ich habe bisher Programme per Papierkorb gelöscht. Dabei bleiben Dateileichen übrig, wie oben unter Nr. 2 beschrieben.
Wie löscht man diese Altlasten, da ich sie nicht identifizieren kann?

Programme in Papierkorb werfen, keine gute Lösung

Mit EasyFind nach dem Namen der gelöschten Programme suchen und dann löschen.
Musst allerdings wissen wie die gelöschten Programme hiessen.
Ich verwende AppZapper zum löschen, manchmal bleibt dennoch was übrig, ich checke das mit EasyFind.