Wolfe: Externe Grafikkarte mit Thunderbolt-Anschluss für Macs

24. Aug 2016 14:00 Uhr - sw

In den meisten Mac-Modellen setzt Apple schon seit mehreren Jahren nicht mehr auf Grafikkarten von AMD oder Nvidia, sondern auf die in Intel-Prozessoren integrierten Grafikchips. Zwar haben die Intel-GPUs zuletzt erhebliche Leistungssprünge gemacht, für aufwendige Spiele und 3D-Anwendungen braucht es jedoch nach wie vor mehr Grafikpower. Ein neues Projekt namens Wolfe verspricht eine Lösung für dieses Problem.

Wolfe ist eine externe Grafikkarte (eine sogenannte eGPU), die per Thunderbolt-Schnittstelle mit dem Mac verbunden wird. Sie enthält die Nvidia-Grafikkarte GTX 950, deren 768 Kerne mit 1024 MHz getaktet sind. Wolfe Pro ist mit der GTX 970 (1664 Kerne mit 1050 MHz) ausgestattet. Die notwendigen Mac-Treiber werden mitgeliefert. Sie stellen sicher, dass die eGPU vom System erkannt wird. Außerdem kann zwischen dem internen und dem externen Grafikchip umgeschaltet werden.

Wolfe: Externe Grafikkarte für den Mac

Wolfe: Externe Grafikkarte mit Thunderbolt-Anschluss für Macs.
Bild: Wolfepack.



Zur VRAM-Ausstattung hat sich der Hersteller, die von drei Harvard-Absolventen gegründeten US-Firma Wolfepack, noch nicht geäußert. Zum Anschluss von Monitoren stehen drei DisplayPorts und ein HDMI-Ausgang zur Verfügung. Die Verbindung zum Mac erfolgt über Thunderbolt 2, ein Netzteil ist integriert. Das Interesse der Anwender ist offenbar enorm: das Projekt wurde binnen 24 Stunden erfolgreich im Rahmen einer Crowdfunding-Kampagne finanziert.

Der Hersteller nimmt Vorbestellungen entgegen. Wolfe kostet 399 Dollar (später 449 Dollar), Wolfe Pro 549 Dollar (später 599 Dollar). Die Produktion soll gegen Jahresende, die Auslieferung im Februar 2017 anlaufen. Zudem wird ein Leergehäuse für die Verwendung beliebiger Grafikkarten angeboten (Preis: 269 Dollar). Ein Thunderbolt-Kabel gehört zum Lieferumfang.

Wolfe: Externe Grafikkarte für den Mac

Wolfe im Heaven-Benchmarktest.
Bild: Wolfepack.



Laut der FAQ kann die externe Grafikkarte mit MacBook Air, MacBook Pro, Mac mini, iMac und Mac Pro ab dem Baujahr 2011 genutzt werden. Auch der Einsatz von zwei oder mehreren Wolfe-Systemen ist möglich und nur durch die Anzahl der verfügbaren Thunderbolt-Ports beschränkt. Von der externen Grafikpower profitieren neben 3D-Programmen auch aufwendige Spiele.

Ob Nvidias CUDA-Technik unterstützt wird, ist nicht bekannt. CUDA ermöglicht die Auslagerung von Berechnungen, für die normalerweise der Hauptprozessor zuständig ist, auf Grafikchips von Nvidia. Durch die gleichzeitige Bearbeitung von Aufgaben durch CPU und GPU wird die Gesamtleistung des Systems erhöht.

Mit der BizonBox 2 gibt es bereits seit einiger Zeit eine vergleichbare Lösung, die jedoch deutlich teurer ist (mit Grafikkarte ab 800 Dollar).

Kommentare

Auf so eine Lösung habe ich lange gewartet. Preislich liegt das alles völlig im Rahmen, finde ich, auch wenn natürlich noch Versandkosten und Steuer hinzukommen.

Quad Core Mac mini (der hoffentlich wieder eingeführt wird) + Wolfe + 4k Display = leistungsstarkes Desktop System unterhalb des Mac Pro. Ja, damit könnte ich mich wirklich anfreunden.

das darf doch nicht wahr sein, oder?
Kehren wir jetzt. dank Apple, wieder zu alten C64 und Atari Zeiten zurück, wo Laufwerke und Grafikerweiterungen in seltsam anmutenden externen grauen Boxen stecken?
Natürlich ist es etwas gutes für all die User die dadurch endlich an mehr Leistung kommen, aber das Apple überhaupt solch einen Markt nötig macht ist für mich ein deutlicher Indikator dafür, wie weit die neben der notwendigen Wirklichkeit "designen" und entwickeln !

Unglaublich das......

Ich betreibe bereits seit einigen Monaten so eine Lösung. Leider muss man sie im Moment noch selber bauen. Ich selbst verwende sie um mit Octane 3D-Szenen zu rendern.

Das ist eine feine Sache für alle, denen die von Apple verbaute Grafik zu langsam ist. Man kann an so eine eGPU (external GPU) natürlich auch einen Monitor hängen – muss man aber nicht.