Tipps für den Umstieg auf das neue Apple-Mobilbetriebssystem iOS 10

Apple hat das neue Mobilbetriebssystem iOS 10 in der finalen Version zum Download freigegeben. Vor der Installation gibt es einige Dinge zu beachten. MacGadget hat daher für Sie Tipps und Hinweise für den Umstieg auf das iOS 10 zusammengestellt.

1) Systemanforderungen beachten

Für Besitzer bestimmter älterer iOS-Hardware gibt es schlechte Nachrichten: Apple hat die Systemanforderungen gegenüber dem iOS 9 angehoben. Die Unterstützung für das iPhone 4s, für das iPad der zweiten und dritten Generation, für die erste iPad-mini-Generation und für den iPod touch der fünften Generation wird mit dem iOS 10 eingestellt - für diese Hardware gibt es keine Updates mehr, auch Sicherheitslücken werden nicht mehr geschlossen. Das iOS 10 läuft auf folgenden Geräten:

iPhone 7
iPhone 7 Plus
iPhone 6s
iPhone 6s Plus
iPhone 6
iPhone 6 Plus
iPhone SE
iPhone 5s
iPhone 5c
iPhone 5

iPad Pro
iPad Air 2
iPad Air
iPad 4. Generation
iPad mini 4
iPad mini 3
iPad mini 2
iPod touch 6. Generation

iOS 10

Das iOS 10 ist vollgepackt mit Neuerungen.
Bild: Apple.



2) Die wichtigsten Neuerungen von iOS 10

Das iOS 10 wartet mit einer Vielzahl an Neuerungen auf. Beispielsweise können Entwickler den Sprachassistenten Siri nun in ihre Apps integrieren, während die neue Home-App eine zentrale Verwaltung von vernetzten HomeKit-basierten Heimgeräten ermöglicht. Der Sperrbildschirm wurde überarbeitet und erlaubt jetzt beispielsweise das Beantworten von Mitteilungen. iPhone SE, iPhone 6s (Plus) und iPhone 7 (Plus) werden beim Aufheben automatisch aufgeweckt, zudem lässt sich die 3D-Touch-Technik nun in weiteren Apps nutzen.

Ebenfalls neu im iOS 10 sind das Transkribieren von Sprachmitteilungen, Aufnahme von Fotos im Rohdatenformat (DNG), eine Leselupe, Entfernen von Apple-Apps vom Home-Screen, Darstellung von Songtexten während der Musikwiedergabe, Speichern der Fahrzeug-Parkposition in Verbindung mit CarPlay, mehrsprachige Texteingaben ohne Tastaturwechsel, Vorschläge und eine verbesserte Suche in der Karten-App, Durchsuchen von Fotos nach Leuten oder Dingen darin und ein überarbeitetes Kontrollzentrum (die Musiksteuerung kann im Kontrollzentrum durch Wischen nach links aufgerufen werden).

3) Geduld haben kann sich lohnen

Ein Betriebssystem ist eine hochkomplexe Software. Aufgrund dieser Komplexität ist es während der Entwicklungs- und Testphase nahezu unmöglich, alle Fehler aufzuspüren und zu beseitigen. Einige Fehler werden in den vielen Millionen Codezeilen schlichtweg übersehen, andere treten erst im Praxiseinsatz unter spezifischen Bedingungen in spezifischen Konfigurationen auf.

Wer seine iOS-Hardware (auch) beruflich nutzt, sollte sich vor diesem Hintergrund gut überlegen, ob er das iOS 10 sofort nach Verfügbarkeit aufspielt. Denn schwere Bugs können die Produktivität beeinträchtigen, ebenso Inkompatibilitäten mit noch nicht angepassten Apps. Unser Tipp: Wenn Sie Ihr iPhone oder iPad beruflich einsetzen, dann warten Sie am besten mit dem Umstieg, bis Apple das erste Fehlerkorrektur-Update für das iOS 10 veröffentlicht hat (die Version 10.0.1 wird voraussichtlich in zwei bis drei Wochen erscheinen) und all Ihre beruflich benötigten Apps an das neue Mobilbetriebssystem angepasst wurden (Update-Bereich im iOS-App-Store im Auge behalten).



Anwender, die auf ein reibungsloses Zusammenspiel zwischen iOS und Macs angewiesen sind, sollten ebenfalls noch mit dem Umstieg auf iOS 10 warten – mindestens bis zur Veröffentlichung von macOS Sierra am 20. September. Beide Betriebssysteme teilen sich in vielen Bereichen eine gemeinsame Codebasis und sind füreinander optimiert. Probleme beim Zusammenspiel zwischen iOS 10 und dem macOS-Sierra-Vorgänger OS X El Capitan sind daher nicht auszuschließen. Auch mit dem Umstieg auf macOS Sierra sollte bis zum Erscheinen des ersten Fehlerkorrektur-Updates gewartet werden.

4) Vor Installation vollständiges Backup anlegen

Wer sich zum Wechsel auf das iOS 10 entschlossen hat, sollte vor der Installation des neuen Betriebssystems unbedingt ein vollständiges Backup anlegen. Bei etwaigen Installationsproblemen können unter Umständen Datenverluste auftreten. Mit einem Backup ist man für diesen Fall auf der sicheren Seite und kann notfalls das Gerät und alle persönlichen Daten wiederherstellen. Auch falls es zu schwerwiegenden Probleme beim Betrieb von iOS 10 kommt, ist ein Backup Gold wert, um wieder zurück zu iOS 9 zu wechseln.

Die Datensicherung kann via iCloud oder iTunes erfolgen. Mit iTunes erfolgt die Speicherung des Backups lokal auf dem Mac, mit iCloud auf Apples Servern. Wer mit iTunes auch Gesundheits- und Schlüsselbunddaten des iOS-Geräts sichern möchte, muss zuerst die Verschlüsselung einschalten (iOS-Gerät anschließen => in iTunes auf das Gerätesymbol klicken und die Option "iPhone-/iPad-Backup verschlüsseln" aktivieren). Bei langsamer Internetverbindung ist ein Backup via iTunes vorzuziehen.

5) Installation via Softwareaktualisierung oder iTunes

Die Installation des iOS 10 kann sowohl über die Softwareaktualisierung des Mobilbetriebssystems als auch über iTunes erfolgen. Bei Nutzung der iOS-Updatefunktion muss WLAN aktiviert und genügend freier Speicherplatz vorhanden sein. Vor allem auf Geräten mit wenig Speicherplatz (acht oder 16 GB) kann es unter Umständen nötig sein, vorher Apps oder Inhalte zu entfernen. Bei der Installation von iOS 10 über iTunes ist dies hingegen nicht erforderlich – daher ist dieser Updatepfad für Geräte mit wenig freiem Speicherplatz zu empfehlen. Wer iPhone oder iPad via iTunes auf iOS 10 aktualisieren will, muss die aktuelle Version 12.5.1 der Software einsetzen.

Ein abschließender Hinweis: es ist nach der Freigabe von iOS 10 mit einem gewaltigem Ansturm auf Apples Server zu rechnen. Aus diesem Grund kann die Downloadgeschwindigkeit in den ersten Stunden recht niedrig ausfallen, außerdem ist es möglich, dass die Updateserver wegen hoher Auslastung punktuell keine weiteren Verbindungen annehmen oder laufende Downloads abbrechen. Wer auf diese Probleme stößt, sollte den Download auf die Nachtstunden oder den nächsten Tag verschieben.

Kommentare

Ist das jetzt wie Android?

Ich habe im Frühjahr 2014 mein iPad mini neu gekauft, und 2,5 Jahre später gibt's keine Sicherheitsupdates mehr? Das ist ziemling samsung von Euch, liebe Apple Inc.

Nein

Bei Android gibts oft nach 6 Monaten oder weniger keine Updates mehr.

Sicherheit-Update

Wer behauptet denn, es gebe fürs iPad mini keine Sicherheitsupdates mehr? Zwar ist es wohl nicht auf iOS 10 upgradefähig, aber zeitgleich damit ist auf dem iPad mini iOS 9.3.5 angekommen.

Bei Android

wird die Mehrzahl der Geräte bereits mit veralteten Android-Versionen ausgeliefert, von den meisten Geräteherstellern gibt´s außerdem grundsätzlich überhaupt gar keine größeren Updates, wenn doch, führen die nicht selten zu üblen Problemen und kleinere Updates hatte ich bisher bei 3 Geräten nur 1x eins.

iPad Mini 2012

Hägar schrieb:
Ich habe im Frühjahr 2014 mein iPad mini neu gekauft, und 2,5 Jahre später gibt's keine Sicherheitsupdates mehr? Das ist ziemling samsung von Euch, liebe Apple Inc.

Das iPad Mini kam doch 2012 raus. 2014 gab es schon das iPad Mini 3 und da funktioniert das Update problemlos.