Neue Desktop-Macs im Anflug? Hinweise auf bislang ungenutzte AMD-Grafikchips in macOS 10.12.2 entdeckt

Wann gibt es endlich verbesserte Desktop-Macs? Immer mehr Nutzer stellen sich vor folgendem Hintergrund diese Frage: der iMac wurde zuletzt im Oktober 2015 aufgefrischt, beim Mac mini ist das letzte Upgrade knapp 800 Tage her, beim Mac Pro sind es sogar fast 1100 Tage, was in der IT-Branche gefühlt eine halbe Ewigkeit darstellt. Die Verunsicherung ist groß – viele User fragen sich, welche Bedeutung Apple der Desktop-Sparte noch beimisst. Doch nun gibt es einen Silberstreif am Horizont.

In Konfigurationsdateien der aktuellen Betaversion von macOS 10.12.2 wurden Einträge für bislang von Apple nicht genutzte AMD-Grafikprozessoren entdeckt: Polaris 12, Polaris 10XT2 und Vega 10. Da Apple erst vor wenigen Wochen eine komplett neu entwickelte MacBook-Pro-Generation vorgestellt hat (deren 15,4-Zoll-Modelle über Polaris-11-Chips von AMD verfügen), lassen diese Hinweise nur einen Schluss zu: Polaris 12, Polaris 10XT2 und Vega 10 sind für kommende Desktop-Macs bestimmt.

Mac mini

Mac mini: kommt Anfang 2017 die überfällige Aktualisierung der beliebten Desktopreihe?
Foto: Apple.



Vega 10 sind die neuen High-End-Grafikprozessoren von AMD, die sich für den Mac Pro anbieten. Vega 10 soll eine Rechenleistung von bis zu zwölf Teraflops erreichen und zum Jahreswechsel auf den Markt kommen. Aber auch Polaris 10XT2 könnte als Dual-GPU-Ausführung für Apples Desktop-Workstation oder alternativ als Ein-CPU-Variante für künftige iMacs in Frage kommen. Bezüglich Polaris 12 liegen bislang keine Informationen vor – vielleicht ein Kandidat für den Mac mini? Viele Anwender wünschen sich bekanntlich die Rückkehr der 2012 eingestellten Quadcore-Konfiguration, idealerweise gepaart mit einem leistungsstarken Grafikchip. Allerdings ist dies zum jetzigen Zeitpunkt reine Spekulation.

Schon öfter wurden in der Vergangenheit Hinweise auf künftige Hardware in Betaversionen des Mac-Betriebssystems entdeckt, die sich dann als wahr herausgestellt haben. Die Einträge für Polaris 12, Polaris 10XT2 und Vega 10 geben daher durchaus Anlass zur Hoffnung, dass es in nicht allzu ferner Zukunft endlich neue Desktop-Macs geben wird. Denn: nur aus "Jux und Tollerei" wird Apple diese Grafikchips sicherlich nicht in den Kernel-Dateien erwähnt haben.

Kommentare

Quad Core Mac Mini

Zitat:
Viele Anwender wünschen sich bekanntlich die Rückkehr der 2012 eingestellten Quadcore-Konfiguration, idealerweise gepaart mit einem leistungsstarken Grafikchip.

Ja, hier! Wäre sofort gekauft mit 16 GB RAM und interner SSD. Ob das Teil dann 1300€ oder 1500€ kostet, wäre mir egal, weil es für die nächsten 4-5 Jahre die primäre Arbeitsstation wäre.

Schon...

...aber wie kann man vernünftig etwa ein MBA und einen Desktop Mac synchron halten? Momentan habe ich meinen MBA hinter's TB Display geklemmt, und arbeite ausschliesslich auf dem MBA. Ist ja auch nicht so schlecht, aber manchmal hätte man schon gerne etwas mehr Tusche auf dem Füller.

Also bräuchte es eine Möglichkeit, etwa den Desktop Mac direkt angeschlossen zu haben, und das MBA ggf. via VNC zu steuern - eigentlich nur, damit im Falle dessen, dass man das Teil wegschleppt, dann dort alles drauf hat, was man braucht.

Benutzerdaten sind da kein Problem (Seafile und so), aber Einrichtung - eigentlich müsste man immer alle Konfigurationen usw. auf beiden machen.

Ich befürchte eher, das wird bald auseinander laufen - oder man verwendet immer was wie rsync.

Hat da von Euch jemand Erfahrungen?

Schöne Grüsse,

M

synchron halten

ich verwende schon seit Jahren ChronoSync über eine Thunderbolt-Verbindung. Funktioniert eigentlich sehr gut. Es werden ausschließlich Dokumente übertragen, dennoch manchmal >>10.000 Dateien und >10 GB pro Sync. Inwieweit man mit dem Programm auch Einstellungen des MacOS und von Programmen, oder an (vielen) verschiedenen Stellen im System (versteckte) Dateien synchron halten kann, weiß ich nicht. Der Autor von ChronoSync wüsste da vermutlich mehr dazu.

Gruß
Jens

Wunschdenken

"Viele Anwender wünschen sich bekanntlich die Rückkehr der 2012 eingestellten Quadcore-Konfiguration"
Wir müssen langsam einsehen, dass zwischen dem, was Nutzer wollen/brauchen, und dem, was die Herren im Elfenbeinturm als wichtig definieren (even thinner!!), kaum noch Schnittmengen existieren. Eine Rückkehr zum aufrüstbaren Mac mini wird es nicht geben. Apple verdient/verlangt zu viel Geld mit/für Ausstattungsoptionen, um after market-Aufrüstungen zu ermöglichen. Verlötetes RAM, verlöteter Massenspeicher und demnächst wohl vollverschweißte Gehäuse, damit man nur ja nicht mehr an den Optionen vorbeikommt. Das wäre alles nicht so schlimm, wenn die Preise für RAM/SSD-Optionen den Marktpreisen entsprächen. So aber bleibt das ungute Gefühl, Zeuge einer zynischen Geschäftspolitik zu sein, die den über Jahrzehnte gewachsenen guten Ruf der Firma dem ungeschminkten Gewinnstreben opfert.
Im Moment fühlt es sich an, als sei John Sculley wieder am Ruder.

Liebhaber-Stücke?

Mir fiel gerade folgendes ein: Nach 17 Jahren Mac- und Apple-Nutzung, privat und beruflich, fühle ich mich zunehmend wie ein abgewiesener Liebhaber.

Apple verliert Substanz, das ist nicht zu übersehen. Ich halte diesen Kurs für verhängnisvoll. Und da der Fisch vom Kopf her stinkt, komme ich zu dem Schluss, dass wohl Tim Cook dafür verantwortlich ist: er glaubt eher den Zahlen als seiner (verlorenen?) Begeisterung. Wenn eine Firma eine Vision hat, kann sie auch eine Zeit lang mal auf gute Geschäftszahlen verzichten. Das hat Jobs bewiesen und Cook nie verstanden - meiner Meinung nach.

Apple macht jetzt das, was alle anderen Firmen auch tun: sie schielen auf neue Geschäftsfelder und glauben, dass dort der große Reibach zu machen sei. Ständig werden neue Säue durchs Dorf getrieben: autonome Autos, der ultimative Fernseher, die Computeruhr am Handgelenk, VR, das smarte Haus.

Sie sollten aber auf ihre User sehen. Nicht auf die launischen Gadget-Nutzer, sondern auf die beständigen Leute, die mit ihren Produkten arbeiten. Das vermisse ich. Die haben mit ihrer Begeisterung und ihrem viralen Engagement damals dazu beigetragen, dass Apple aus der Krise kam.

Jobs Lektion, als er wieder in die Firma kam, war eine einzige:

Konzentriert euch. Macht wenig, aber was ihr auch macht, macht es perfekt. Und zwar kompromisslos.

Dieses Streben nach Perfektion vermisse ich. Siri: eine Baustelle. Smart Home: eine Baustelle. Die Gesundheitsapp: eine Baustelle. Apple Pay: gibt es in Deutschland nicht. Karten: immer noch schlechter als Google Maps. Die Rechner: z.T. veraltet. Mac Mini: Zukunft ungewiss. Mac Pro: Zukunft ungewiss. Airport extreme: Zukunft ungewiss.

iPhone 7: ein gutes Smartphone, dessen größte Innovation eine neue Gehäusefarbe ist.

Man hat eben ein schlechtes Gefühl als Mac-User...

Ich habe aktuell nicht das Gefühl, dass Apple bedingungslos hinter dem Mac steht. Das ist eben dieser bittere Nebengeschmack bei der ganzen Angelegenheit.

Es drängt sich aktuell stark der Eindruck auf dass sich ein Herr Tim Cook viel mehr für andere Dinge interessiert und den Mac nur noch als lästiges Übel betrachtet.

Zum Glück gibts noch Leute wie Schiller oder Federighi, die zuletzt aktiv auf User Anfragen reagiert haben.

Apple sagt zwar immer "we love the Mac", aber unterm Strich kommt momentan zu wenig rum.

Bei der Intel Prozessortechnik gibts jedes Jahr nicht mehr die großen Fortschritte wie früher, das ist auch dadurch bedingt, dass die Transistoren nicht unendlich geschrumpft werden können. Insofern macht es nichts, wenn ein Mac mini nicht jedes Jahr aktualisiert wird. Aber z. B. jedes zweite Jahr könnte man schon erwarten.

Ich hoffe inständig, dass das erste Quartal 2017 endlich die von uns lange ersehnten Ankündigungen bringt. Niemand braucht neue Emoji oder mehr Apple Watch Armbänder. Wir brauchen solide Hardware mit halbwegs aktuellen Specs mit dem System, das wir alle so schätzen: macOS.

Neue Macs?

Es wird wahrscheinlich keine neunen Macs geben. Vielleicht aber ein iPhone 8 das nur noch 1mm dünn ist. Und sollte es doch endlich neue Macs geben dann bleibt zu hoffen das die Rechner bezahlbar bleiben und vor allem endlich wieder mal wegweisende Technik präsentieren. Es könnte aber auch passieren das ein neuer iMac, als einzige Schnittstelle, nur noch ein Netzkabel besitzt. Natürlich würde Apple dann etwa 58 Adapter empfehlen die über die, als Sonderoption bestellbare, Universalbuchse mit dem Rechner verbunden werden könnten. Ich habe seit der Performa Reihe Macs im Haus. Aber so einen Entwicklungsstau bei den Schreibtisch Rechnern, den habe ich in den letzten 20 Jahren nicht erlebt.
Bei aller Ironie bleibt mir die Befürchtung das Apple den klassischen Mac abschaffen wird.