Trotz enormer Geldreserven: Apple leiht sich zehn Milliarden US-Dollar

246,1 Milliarden US-Dollar – auf diese gigantische Summe belaufen sich Apples finanzielle Reserven. Trotzdem ist das Unternehmen jetzt erneut auf dem Anleihemarkt aktiv geworden. Apple nahm in den USA durch die Ausgabe von Schuldverschreibungen insgesamt zehn Milliarden US-Dollar ein. Die Anleihe besteht aus neun Tranchen mit Laufzeiten von zwei bis 30 Jahren. Der Mac- und iPhone-Hersteller finanziert damit unter anderem Dividendenzahlungen, Aktienrückkäufe und Firmenübernahmen.

Apple-Firmenzentrale

Die Apple-Konzernzentrale in Cupertino.
Bild: Joe Ravi (Lizenz: CC-BY-SA 3.0).



Apple hat vor einigen Jahren mit der Kreditaufnahme über Anleihen begonnen. Denn: über 90 Prozent von Apples Finanzreserven befinden sich im Ausland. Beim Transfer in die USA würden 35 Prozent Steuern fällig werden. Aus wirtschaftlicher Sicht ist es für die Kalifornier, die weltweit beste Kreditwürdigkeit genießen, daher sinnvoller, sich das benötigte Geld zu niedrigen Zinsen zu leihen. Bei der jetzt ausgegebenen Anleihe beträgt der Zinssatz maximal 4,25 Prozent. Mehr als 90 Milliarden US-Dollar Schulden hat Apple inzwischen angehäuft.

Die Situation könnte sich allerdings mittelfristig ändern. Die neue US-Administration hat angekündigt, die Steuern für Gewinntransfers in das Land drastisch zu senken – auf zehn bis 15 Prozent. Apple zeigte sich diesen Plänen gegenüber aufgeschlossen. Ein solcher Schritt wäre gut für das Land und gut für Apple, sagte Firmenchef Tim Cook auf der letzten Bilanzpressekonferenz.