Miese Arbeitsbedingungen bei Apple? Ehemalige Mitarbeiterin erhebt schwere Vorwürfe

10. Mär 2017 13:00 Uhr - Redaktion

Eine Buchankündigung sorgt momentan für Wirbel im Apple-Markt. In "Apple Intern: Drei Jahre in der Europa-Zentrale des Technologie-Multis" erhebt die Autorin Daniela Kickl schwere Vorwürfe gegen den kalifornischen Hersteller. Nach ihrer Darstellung herrschen in Apples Europa-Zentrale in Cork angeblich sehr schlechte Arbeitsbedingungen.

"Drei Jahre arbeitete die Wienerin Daniela Kickl in der Apple-Europa-Zentrale im irischen Cork. Bald stellte sie fest, dass bei Apple nichts ist, wie sie es erwartet hatte: Menschen werden auf Zahlen reduziert, nicht erreichte Ziele bedeuten Konsequenzen wie Entgelt-Ausfall bei Krankheit, und selbst die Klo-Zeit ist festgelegt, auf acht Minuten pro Tag. Demotivation, Burnouts und Selbstmorde sind die Folgen", heißt es in der Mitteilung des herausgebenden Verlags edition a.



Neues Buch: Autorin wirft Apple schlechte Arbeitsbedingungen vor.
Bild: edition a.



Demnach hatte Kickl in dieser Woche ihren letzten Arbeitstag bei Apple. Ihr knapp 300seitiges Buch erscheint am 18. März. "Ich habe mich gefühlt, als hätten Maschinen bereits die Macht über uns Menschen übernommen", sagte Kickl. Ein von ihr verfasstes Dossier mit den Missständen an Apple-Chef Tim Cook sei unbeantwortet geblieben. "Wir müssen gegen diese Unmenschlichkeit auftreten", so Kickl weiter.

Ob an den Vorwürfen etwas dran ist, bleibt abzuwarten. Noch ist das Buch nicht erschienen, zudem liegt von Apple bislang keine Stellungnahme vor. Das Buch kann beispielsweise bei Amazon (Partnerlink) zum Preis von 21,90 Euro vorbestellt werden.

Kommentare

Immer wieder werden mir nach Kontakten mit Apple Care oder mit dem Apple Shop Fragebögen zugesandt, in denen ich die Servicequalität des Gesprächspartners bewerten soll.

Ich weiß, dass dann, wenn die Bewertung nicht hervorragend ausfällt, der Applemensch irgendwann auf Sicht genommen wird.
Also bewerte ich immer wieder alles tipptopp.

In das Feld der Bemerkungen habe ich allerdings jetzt auch mehrfach geschrieben, dass sie bitte diesen Blödsinn unterlassen sollen.

1. Der Arbeitsvertrag ist erfüllt, wenn die Leistung in mittlerer Qualität und Güte erbracht wurde (Gattungsschuld)

2. Menschen sind - anders als Tiere - nicht einem festgefügten Instinktmosaik unterworfen sondern unterliegen Stimmen, deren Gründe/Ursachen vielfältig sein können. Von akuter Krankheit bis zur Verarbeitung einer sehr schlimmen Nachricht ist da alles möglich.

3. Ich kann den Betroffenen/die Betroffene in Grund und Boden bewerten und muss dies nicht mal begründen.
Ein völlig unfaires, undurchschaubares Bewertungsystem.

So etwas (Mitarbeiterbewertungen durch Kunden) gehört auf den Müll der Betriebswirtschaft. Das - diese Evaluation - ist menschlich einfach unanständig, abstoßend.

[quote=Kivian]Ich weiß, dass dann, wenn die Bewertung nicht hervorragend ausfällt, der Applemensch irgendwann auf Sicht genommen wird.
Also bewerte ich immer wieder alles tipptopp.[/quote]

Sei beruhigt: "Irgendwann", aber nicht bei jeder negativen Bewertung.

Ich hoffe, dass viele Menschen deinen Kommentar lesen und ggf. auch was hängen bleibt.
Es ist doch krank, alles dem Wachstum, dem Profit und/oder dem Höher-Schneller-Weiter/Besser zu unterwerfen.

Menschen sind weder Roboter noch Tiere (und auch die haben Rechte).

Es muss natürlich im Text nicht ".. unterliegen Stimmen" sondern " ... unterliegen Stimmungen ..." heißen. Da hat die Textkorrektur wohl wieder mal zugeschlagen.

Übrigens: Halb so schlimm ist immer noch schlimm genug.
Sowas ist einfach im Sinne einer humanen Betriebsführung daneben.

[quote=Kivian]Sowas ist einfach im Sinne einer humanen Betriebsführung daneben.[/quote]

Ein Unternehmen, dessen Handeln einzig auf die Gunst der Aktionäre fokusiert ist und den Wert der eigenen Mitarbeiter völlig vergisst, ist längst nicht mehr human. Es ist ein Konstrukt von Wirtschaftstheoretikern, die nicht wissen, wie die Praxis aussieht. Ich bin gespannt, wie lange das Buch auf dem Markt ist.