Schreibprogramm Ulysses führt Abo-Pflicht ein: Kaufversionen eingestellt

11. Aug 2017 12:30 Uhr - Redaktion

Eine weitere bekannte Software ist auf ein Abo-Modell gewechselt: Das Schreibprogramm Ulysses kann ab sofort nur noch gemietet und nicht mehr gekauft werden. Die Kaufversionen wurden eingestellt und erhalten keine Funktionserweiterungen mehr. Der in Leipzig ansässige Hersteller führt wirtschaftliche Gründe für diese Entscheidung an.

Das vorherige Geschäftsmodell – Kaufversionen mit kostenpflichtigen Upgrades – habe sich nicht mehr gerechnet und dazu geführt, dass man zwischen der Veröffentlichung neuer Releases Verluste eingefahren habe, schreibt der Mitbegründer Max Seelemann in einem Blog-Eintrag. Mit dem Abo-Modell soll ein kontinuierlicher Einnahmefluss generiert werden, um die Weiterentwicklung von Ulysses langfristig zu sichern. Außerdem könnten durch den Wegfall kostenpflichtiger Upgrades regelmäßig neue Funktionen integriert werden.

Ulysses

Screenshot von Ulysses.
Bild: The Soulmen.



Die Nutzung von Ulysses kostet ab sofort 4,99 Euro pro Monat oder alternativ 39,99 Euro pro Jahr. Wer die Mac-Version in jüngerer Vergangenheit erworben hat, erhält bis zu zwölf Monate gratis (bis zu sechs Monate bei der iOS-Fassung). Das Abo schließt beide Versionen ein. Nach Ablauf des Abos wird die Software automatisch auf einen Nur-Lesen-Modus umgestellt.

Ob die Abo-Pflicht von Erfolg gekrönt sein wird, bleibt abzuwarten. Mietsoftware ist bei Usern nicht sehr beliebt. Mehrere Hersteller sind dabei schon auf der Nase gelandet, wie in den Fällen von 1Password und TextExpander - nach heftigen User-Protesten kehrten die Kaufversionen klammheimlich wieder zurück. Die Tagebuch-Software Day One erhielt nach der Umstellung auf ein Abo-Modell größtenteils sehr negative Kritiken. Zudem stellt sich grundsätzlich die Frage der Verhältnismäßigkeit beim Preis, wenn man das Beispiel Microsoft Office zugrunde legt – eine Jahreslizenz der Bürosoftware kostet bei Amazon (Partnerlink) gerade einmal 38,90 Euro.

Alternativen zu Ulysses sind beispielsweise iA Writer (Mac-App-Store-Partnerlink), Focused (Mac-App-Store-Partnerlink), Bear (Mac-App-Store-Partnerlink) oder Papyrus. Auf Open-Source-Basis bietet sich der Markdown-Editor MacDown an.

Kommentare

1Password die "Kaufversionen klammheimlich wieder zurück"gebracht hat weiß ich nicht. Von diesem Programm gibt es über In-App-Käufe neben mehreren ABO-MIET-Varianten nur eine überhaupt nicht klar definierte "STANDALONE"-Kaufvariante von der nicht viel bekanntgegeben wurde.
Fragestellungen:
Für mehrere eigene MACs benutzbar? Famiileinfreigabe? Synchronisationsfunktion intakt?
So etwas ist genauso unannehmbar, wie die die Miet-/Abo-Lösung!

Bei Neukunden läuft also der ABZOCKVERSUCH von Agilebits/1Password immer noch :((

Natürlich ist ALLEN Softwareherstellern zu wünschen, dass sie mit ihren Mietmodellen SCHIFFBRUCH erleiden - allerdings wird denen eine Rückkehr zu reinen Kaufmodellen schwer fallen.
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von-Windows über 15 Jahre ermüdet... ;-) seit 2010: 4xAir-13",4xiMac 27"-MBP 15"-MacPro-5xiMac 21"-iPhones+iPads

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[quote=interessiert]1Password die "Kaufversionen klammheimlich wieder zurück"gebracht hat weiß ich nicht. Von diesem Programm gibt es über In-App-Käufe neben mehreren ABO-MIET-Varianten nur eine überhaupt nicht klar definierte "STANDALONE"-Kaufvariante von der nicht viel bekanntgegeben wurde.
Fragestellungen:[/quote]

Das ist hier zwar offtopic, aber dennoch ganz kurz:

https://agilebits.com/store

Unterschiede hier:

https://support.1password.com/why-account/

Gab damals einen gewaltigen Shitstorm als 1Password das Abo eingeführt hat. Wenige Tage später war die Kaufversion dann plötzlich wieder da - warum nur... Aber letztlich hat 1Password es auch verkackt. Heftiger Imageschaden.

Ich meine, wo soll das alles hinführen, wenn wir für jede x-beliebige App künftig monatlich nen Fünfer oder mehr abdrücken müssen? Dann sind wir ganz ganz schnell im dreistelligen Euro-Bereich. WTF?

Ich lehne Software-Abos grundsätzlich ab. Wir User haben die Macht. Sagt NEIN zu Abos!

[quote=Hannes] ...https://agilebits.com/store
Unterschiede hier: https://support.1password.com/why-account/

Gab damals einen gewaltigen Shitstorm als 1Password das Abo eingeführt hat. Wenige Tage später war die Kaufversion dann plötzlich wieder da - warum nur... [/quote]

... ich habe geduldig beide Links abgesucht - die echte Kaufversion - wie früher mit Benutzung auf mehreren eigenen Macs und Familienfreigabe - im App Store gibt es KEINE solche "Wiederbelebung" und auch nicht bei Agile Bits. Die offenen Fragen um die "STANDALONE"-Version bleiben, die ich beschrieb, für BEIDE Stores.

Klickt man auf "Familie" kommt man unvermittelt wieder zum Mietangebot.
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von-Windows über 15 Jahre ermüdet... ;-) seit 2010: 4xAir-13",4xiMac 27"-MBP 15"-MacPro-5xiMac 21"-iPhones+iPads

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das wars dann mit Ulysses. Schade drum, nette Software.
Aber Abos gehen gar nicht.

sehr schade, dass Ulysses zum Abo wechselt.
Trotzdem bleibt es die beste Text-App, sowohl von der Funktionalität als auch vom Support her.
Dass die Einnahmen nicht ausreichen, um wirtschaftlich arbeiten zu können, ist traurig.
Wobei besonders der Support wertvoll ist - und logischerweise nicts einbringt.

Ich zögere noch, tendiere aber dazu, das Modell anzunehmen.
Und für mich als Beitrag zu den Service-Leistungen zu verbuchen, nicht als Miete für die Software.

[quote=derUli]sehr schade, dass Ulysses zum Abo wechselt.
Trotzdem bleibt es die beste Text-App, sowohl von der Funktionalität als auch vom Support her.
Dass die Einnahmen nicht ausreichen, um wirtschaftlich arbeiten zu können, ist traurig.
Wobei besonders der Support wertvoll ist - und logischerweise nicts einbringt.

Ich zögere noch, tendiere aber dazu, das Modell anzunehmen.
Und für mich als Beitrag zu den Service-Leistungen zu verbuchen, nicht als Miete für die Software.[/quote]

Zum Support kann ich nichts schreiben, denn ich kenne das Programm nur aus der Testphase. Die beste "Text-App" scheint mir dennoch diskussionswürdig. Zugegeben, ich benutze kein iPad aber allein unter macos gibt es sowohl kommerzielle als auch freie Alternativen, die mir besser gefallen.

Phili28

Phili28

Sicher, unter MacOS gibt es Alternativen - ich habe etliche davon ausgetestet.
Aber unter iOS gibt es nichts gleichwertiges, und ich arbeite nun mal hauptsächlich mit dem iPad.
Und daher habe ich auch Ulysses auf dem Mac den Vorzug gegeben - das Zusammenspiel ist einfach wertvoll.

Klar, wenn man andere Bedürfnisse hat, wird man anders werten - ich habe beispielsweise nur sehr selten Bedarf an formatierten Texten, dafür schätze ich den Export in HTML sehr.

Was für mich auch eine große Rolle spielt, ist die 'Dateiverwaltung' - sehr komfortabel gelöst mit einer Datenbank, eigenem Backup und gutem Handling. Das Konzeptder 'Blätter', die man teilen, umsortieren und zusammenfügen kann, kommt meiner Arbeitsweise ebenfalls sehr entgegen.
Und über die Vorteile von Markdown als Auszeichnungsmethode brauchen wir wohl nicht diskutieren, denke ich.

Ulysses ist halt exakt das, was ich will.
Daher für mich eben die beste App - was ja für andere anders sein darf.

Es müsste doch - zumindest in Deutschland - jedem Entwickler klar sein, dass Kunden keine Abo-Versionen haben wollen. Wenn hier jemand ein Nischenprodukt hat, welches sich einigermaßen verkauft, dann tut er gut daran, nicht durch die Einführung einer Abo-Pflicht Kunden zu verlieren.Schlau wäre es gewesen, die Miet-Version alternativ einzuführen und zu schauen, ob und wie der Markt das annimmt.

[quote=j.s.com]Es müsste doch - zumindest in Deutschland - jedem Entwickler klar sein, dass Kunden keine Abo-Versionen haben wollen. Wenn hier jemand ein Nischenprodukt hat, welches sich einigermaßen verkauft, dann tut er gut daran, nicht durch die Einführung einer Abo-Pflicht Kunden zu verlieren.Schlau wäre es gewesen, die Miet-Version alternativ einzuführen und zu schauen, ob und wie der Markt das annimmt.[/quote]

Diese Software wurde sicher zu wenig verkauft. Ich kenne niemanden, der das verwendet. Ja ich weiss, mindestens einer hier ist dabei. Dann diesen Schritt zu gehen, zeugt von grosser Verzweiflung. Das kann nur nach hinten losgehen. Ansonsten sehe ich das wie hannes. Lasst sowas einfach nicht zu, dann springen halt noch 1, 2 Dutzend Träumer über die Klinge und dann ist Ruhe

Ich persönlich war nie so begeistert, wie einige andere User, von Ulysses. Der Hauptkonkurrent für die Zielgruppe Autoren von längeren (literarischen) Texten dürfte der Klassiker Scrivener sein. Scrivener ist mächtiger als Ulysses, erfordert etwas mehr Einarbeitungszeit besitzt dafür allerdings ein hervorragendes "eingebautes" Tutorial.
Wer etwas mutiger ist und eine steile Lernkurve nicht fürchtet, sollte sich einmal den mächtigsten Texteditor überhaupt, Emacs (gibt es für den Mac in verschiedenen Varianten) anschauen. Die Mühe lohnt: Emacs ist FOS.

Phili28

Phili28