Apple vermeldet Umsatz- und Gewinnrekord

Apple hat mit den heute veröffentlichten Zahlen des ersten Quartals des Geschäftsjahres 2011 nicht nur mehrere Rekorde aufgestellt, sondern zugleich die Erwartungen der Finanzwelt übertroffen. Der Computerkonzern steigerte den Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 71 Prozent von 15,68 auf 26,74 Milliarden Dollar und den Gewinn um 78 Prozent von 3,38 Milliarden Dollar (3,67 Dollar pro Aktie) auf 6,0 Milliarden Dollar (6,43 Dollar je Aktie).

Sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn erreichte Apple neue Rekordmarken. Das Geschäft außerhalb der USA machte 62 Prozent des Apple-Gesamtumsatzes aus (Vorjahr: 58 Prozent). Die Bruttogewinnspanne sank von 40,9 auf 38,5 Prozent. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung stiegen von 398 auf 575 Millionen Dollar.

Die Erwartungen der Analysten, die im Durchschnitt mit einem Umsatz von 24,38 Milliarden Dollar und einem Gewinn von 5,38 Dollar je Aktie rechneten, stellte Apple klar in den Schatten.

Erstmals mehr als vier Millionen Macs in einem Quartal verkauft

Apple verkaufte im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2011, das am 25. Dezember 2010 abgeschlossen wurde, 4,134 Millionen Macs. Dies entspricht einem Absatzplus von 23 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des letzten Jahres. Erstmals in seiner Geschichte verkaufte der Hersteller mehr als vier Millionen Macs in einem Quartal. Von den 4,134 Millionen abgesetzten Macs entfielen 2,907 Millionen auf Notebooks und 1,227 Millionen auf Desktops.

MacBook Air

Kommt bei den Kunden gut an: Das neue MacBook Air
Foto: Apple


Apple ist erneut stärker gewachsen als der globale Computermarkt, der nach vorläufigen Zahlen von Gartner und IDC nur um 3,1 bzw. 2,7 Prozent zulegte. Der weltweite Marktanteil des Macs steigt somit weiter.

Aber auch bei iPhone (16,24 Millionen Stück; plus 86 Prozent) und iPad (7,33 Millionen) wurden neue Absatzrekorde aufgestellt. Der iPod-Absatz sank leicht um sieben Prozent auf 19,45 Millionen Geräte.

"Wir hatten ein phänomenales Weihnachtsquartal mit Rekordverkäufen von Mac, iPhone und iPad", so Apple-CEO Steve Jobs. "Wir laufen auf Hochtouren und haben für dieses Jahr einige spannende Dinge in der Pipeline inklusive dem iPhone 4 bei Verizon, dessen Kunden es kaum erwarten können es in den Händen zu halten."

Apple überrascht mit Ausblick

Beim Ausblick auf das laufende zweite Quartal überraschte Apple positiv. Apple rechnet mit einem Umsatz von rund 22 Milliarden Dollar und einem Gewinn von rund 4,90 Dollar je Aktie. Die Analysten gingen im Durchschnitt lediglich von 20,62 Milliarden Dollar beim Umsatz und von 4,43 Dollar pro Aktie beim Gewinn aus.

Zum Vergleich: Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2010 erwirtschaftete Apple Einnahmen in Höhe von 13,5 Milliarden Dollar und einen Nettoprofit von 3,33 Dollar je Aktie.

"Wir könnten nicht glücklicher über unsere Geschäftsentwicklung sein; aus dem operativen Geschäft im zurückliegenden Quartal haben wir 9,8 Milliarden US-Dollar an Cash-Flow erwirtschaftet," sagte Peter Oppenheimer, Finanzchef von Apple.

Apple-Aktie legt nachbörslich zu

Aufgrund der starken Quartalszahlen legte die Apple-Aktie im nachbörslichen Handel an der Technologiebörse Nasdaq Composite zeitweise um bis zu drei Prozent zu. Den regulären Handel beendete sie wegen Befürchtungen und Spekulationen über den Gesundheitszustand von Apple-Chef Steve Jobs mit einem Minus von 7,83 Dollar bzw. 2,25 Prozent (Schlusskurs: 340,65 Dollar). Im Handelsverlauf rutschte die Aktie zwischenzeitlich um bis zu fünf Prozent ab. Jobs hatte am Montag bekannt gegeben, vorübergehend eine gesundheitsbedingte Auszeit zu nehmen (MacGadget berichtete).

Knapp 60 Milliarden Dollar in der Kriegskasse

Apples Kriegskasse füllt sich weiter. Zum Ende des ersten Quartals verfügte Apple über 59,7 Milliarden Dollar an finanziellen Reserven (Bargeld, kurzfristige Anlagen). Diese Zahl gab Apple-Finanzchef Peter Oppenheimer in der Bilanzpressekonferenz (Aufzeichnung hier) bekannt. Ende September 2010 befanden sich rund 50 Milliarden Dollar in Apples Kriegskasse.

In der Konferenz machten Oppenheimer und COO Tim Cook weitere Angaben zum Geschäftsverlauf. Demnach hat Apple inzwischen über 165 Millionen iOS-basierte Geräte verkauft. Im vergangenen Quartal erzielte der iTunes Store (inklusive App Store) einen Umsatz in Höhe von 1,1 Milliarden Dollar. 75,5 Millionen Besucher wurden in den Apple-Ladengeschäften gezählt – ein neuer Quartalsrekord. Das neue MacBook Air sei ein Renner, so Oppenheimer.