Erster Blick auf QuarkXPress 9

23. Feb 2011 11:00 Uhr - Gast (nicht überprüft)

Das Rennen um die Vorherrschaft im Desktop-Publishing geht in die nächste Runde: Quark hat heute die Version 9 der DTP-Software QuarkXPress angekündigt. Verfügbar ist das neue Programm voraussichtlich ab Anfang April. MacGadget hatte Gelegenheit, einen ersten Blick auf QuarkXPress 9 zu werfen und stellt die neuen Funktionen vor.

Lautete die Marschrichtung bei der Version 8 von QuarkXPress (QXP), die Usability in puncto "weniger Mausklicks bis zum Ziel" auf ein neues Niveau zu hieven, so hat sich das Unternehmen mit dem Sprung auf die Version 9 der Layoutautomatisierung verschrieben – der sogenannten "Design Driven Automation". In diesem Bereich wartet QXP 9 mit vielen Neuerungen auf, die die tägliche Arbeit erleichtern sollen.

Ein potentielles Killer-Feature ist jedoch die Ausweitung der publizistischen Ambitionen im elektronischen Bereich. QXP 9 soll damit zum Schlüssel für das Veröffentlichen auf einer Vielzahl von Plattformen und Endgeräten werden. Mit einem einzigen Tool sind Designer in der Lage, verschiedenste interaktive Inhalte zu erstellen. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, das Publishing für jegliche Medienart weitgehend zu automatisieren.

QXP 9

Ab April verfügbar: QuarkXPress 9


iPad-Publishing mit dem App-Studio

Mit der Version 9 will Quark ein neues Zeitalter im Bereich des digitalen Publizierens einläuten. Zur Erzeugung von Inhalten für Web, iPad, E-Book-Reader und andere Geräte soll nur ein Tool nötig sein: QXP 9. Die Möglichkeiten beeindrucken: Das digitale Publizieren umfasst die Erstellung individueller E-Reader-Apps, das Anfertigen interaktiver Designs für den Blio-eReader, den Export in das EPUB-Format sowie das Ausgeben von Web-Inhalten in HTML, Flash und PDF.

Für das Publizieren auf iPad und iPhone hat Quark das App-Studio entwickelt, das fester Bestandteil von QXP 9 ist. Das App-Studio geht über den kürzlich für QXP 8.5 angekündigten iPad-Publishing-Service deutlich hinaus. Ein neuer Layout-Typ erlaubt es, interaktive Inhalte (Video-/Audio-Player, Slideshows, scrollbare Inhalte, Web-Inhalte, Popups, Schaltflächen usw.) auch ohne Programmierkenntnisse zu implementieren. Designer können dabei auf alle QXP-Funktionen zurückgreifen. Die Layouts können direkt in eine App publiziert werden.

QXP 9

App-Studio: Ein Assistent hilft beim Hinzufügen interaktiver Inhalte



Die Schwelle für den Einstieg in das iPad-Publishing ist bewusst niedrig gehalten. Ein Online-Assistent für die Konfiguration ermöglicht das Erstellen einer Starter-App-Datei ohne Xcode. Wahlweise kann aber auch auf der Basis bestehender Xcode-Projekte gearbeitet werden, bei denen man entsprechende Anpassungen vornimmt. Alternative: Versierte Programmierer integrieren das Reader-Framework für eine maximale Anpassung in ihre eigene App. Wenn die App fertig ist, dann wird sie bei Apple zur Prüfung für den App-Store eingereicht (setzt eine Mitgliedschaft im iOS-Entwicklerprogramm voraus).

Jede in QXP 9 erstellte iOS-App kann einen oder mehrere Titel hosten. Ein Beispiel für den Workflow: Ein großes Verlagshaus hält für seine Kunden eine App für einen wöchentlich erscheinenden Zeitschriftentitel vor. Die einzelnen Ausgaben werden mit QXP 9 gestaltet, exportiert und via Web-Server (bzw. Apples Serverinfrastruktur) für den Anwender bereitgehalten. Kauf und Download erfolgen dann direkt über die App. Wahlweise auch als Abonnement, die Apple seit kurzem für Content-Apps, wie sie mit QXP 9 erstellt werden können, erlaubt.

Gebühren für die Konfiguration bzw. den Export (Umwandlung in eine App) fallen bei QXP 9 im Gegensatz zum iPad-Publishing-Service für QXP 8.5 nicht an. Für die veröffentlichte Ausgabe dagegen schon. 259 Euro werden für eine Ausgabe fällig. Bei mehreren Ausgaben gelten Staffelpreise (siehe Tabelle). Diese sind zwar noch nicht abschließend bestätigt, werden sich aber in den angegebenen Größenordnungen bewegen. Für das Hosting und die Apple-Developer-Mitgliedschaft ist der Anwender selbst verantwortlich.

QXP 9

Für die Veröffentlichung von iPad-Apps fallen
voraussichtlich diese Gebühren an


Kleiner Wermutstropfen: Das App-Studio wird noch nicht mit dem QXP-9-Release im April verfügbar sein. Es soll als kostenloses Update innerhalb von 90 Tagen nachgereicht werden. Zu einem späteren Zeitpunkt will Quark das App-Studio um die Möglichkeit, Android-Apps zu erzeugen, erweitern.

Die weiteren neuen Möglichkeiten für das digitale Publizieren verblassen ein wenig neben dem iPad-Publishing, sind aber als Lösung für bestimmte Aufgaben sehr hilfreich:

Blio-Export: Die neue Funktion bietet die Option, Inhalte für den vornehmlich in den USA bedeutenden Blio-eReader zu gestalten und zu exportieren. Unterstützt werden Funktionen wie ReadLogic, Reflow, Slideshows, Video, Webinhalte oder Inhaltsverzeichnisse.

EPUB-Export: Mit QXP 9 können E-Books direkt erstellt und für die iBooks-App, Amazon Kindle, Sony Reader oder NOOK verfügbar gemacht werden. Coverdesign, das Erstellen von Inhaltsverzeichnissen und das Einrichten von Metadaten sind möglich.



Layoutautomatisierung: Design Driven Automation

In puncto Automatisierung erfüllt Quark mit QXP 9 zahlreiche Anwenderwünsche, die Designern die Arbeit erleichtern sollen. Ein kurzer Abriss dessen, was QXP 9 auf diesem Gebiet Neues bietet:

Bedingte Stile: Auf der Basis einer neuen Palette führt QXP 9 die Möglichkeit ein, automatisierte, auf – auch mehreren – Regeln basierende Stilvorlagen für Inhalte zu definieren. Die Regeln orientieren sich an Zeichenfolgen, Zeichen, einer bestimmten Anzahl von Zeichen, Wörtern oder Sätzen. Wahlweise können auch Sätze, Absätze und Artikel definiert werden, nach denen sich bedingte Stile richten. Alternativ können Markierungen für den Beginn oder das Ende eines derartigen Stils gesetzt werden. Anhand von bestimmten Textfolgen, Zeichen oder Markierungen für bedingte Stile oder Absatzenden ist auch eine automatische Wiederholung möglich. Der Einsatz von bedingten Stilen ist immer dann besonders effektiv, wenn Texte mit vielen unterschiedlichen aber wiederkehrenden Formatierungen bearbeitet werden müssen. Darüber hinaus verfügt QXP 9 über Detailverbesserungen bei den klassischen Stilvorlagen.

QXP 9

Bedingte Stile: Regeln definieren komplexe Formatierungen


Legenden: Einem häufig geäußerten Anwenderwunsch kommt die Funktion "Legenden" nach. Damit lassen sich beispielsweise textbegleitende Grafiken oder Gruppierungen so fixieren, dass sich die Position veränderten Textumbrüchen automatisch anpasst. Dazu werden textbegleitende Elemente an einem frei zu definierenden Punkt im Text mit einem Legenden-Anker versehen. Bricht der Text zum Beispiel aufgrund von Korrekturen neu um, dann behalten die Elemente ihre textbegleitende Position und wandern mit. Das funktioniert so flexibel, dass es sogar möglich ist, die relative Position zu behalten: Ist das textbegleitende Element zum Beispiel am inneren Rand einer Doppelseite platziert, dann ist es über die Voreinstellungen möglich, dies so zu justieren, dass es bei einem Seitenumbruch am inneren Rand bleibt. Ein Versatz bleibt durch manuelles Verschieben möglich. Legenden-Stile lassen sich in Job-Jackets einbeziehen.

QXP 9

Legenden: Ein Anker im Text verschiebt das Bild bei Textumbrüchen


Aufzählungen & Nummerierungen: Schluss mit dem Durcheinander bei der Bearbeitung von Listen: Geordnete und ungeordnete Listen können in QXP 9 automatisch mit Aufzählungszeichen und Nummerierungen versehen werden und sind frei zu definieren – sogar in Ausrichtung und Größe. Bis zu neun Gliederungsebenen sind möglich. Als praktisches Alltagsfeature erweist sich der Listen-Im- und -Export in Microsoft Word unter Beibehaltung der gewählten Gliederung.

QXP 9

Aufzählungen & Nummerierungen: Listen werden über eine Palette eingestellt


Mehrseitig verankerte Tabellen: Excel-Tabellen lassen sich über mehrere Seiten automatisch aufteilen und umbrechen, wenn sie in einem Textrahmen verankert sind. Ähnlich wie bei Bildern können Änderungen im Quelldokument automatisch aktualisiert werden, wenn diese im XLSX-Format vorliegen. Auf den XLSX-Import versteht sich QXP in der Version 9. Zudem ist es möglich, dass Kopf- oder Fußzeilen in komplexen Tabellen wiederholt erscheinen. Die Funktion "Fortsetzende Kopfzeilen" erlaubt den Einsatz unterschiedlicher Kopfzeilen in einer Tabelle.

Linkster: Von hohem funktionellen Wert ist "Linkster". Damit gelingt es, Textrahmen zu entketten, die bereits Inhalte vorhalten. Im Ergebnis entstehen einzelne, voneinander unabhängige Boxen ohne dass ein Textüberlauf entsteht. Bemerkenswert: Die Prozedur funktioniert sogar über komplette Layouts.

QXP 9

Linkster: Textrahmen mit Inhalten können entkettet werden, die Inhalte bleiben


Image-Grid: Vielleicht ein kleines Killer-Feature: Per Mausklick können die Inhalte von Bilderordnern in Layouts als Galerie eingefügt werden und bleiben dabei voll editierbar. Zusätzlich besteht die Option, die Motive mit wichtigen Informationen wie Dateinamen, Auflösung oder Größe zu versehen. Auch das automatisierte Erstellen von Bildunterschriften ist kein Problem.

QXP 9

Image-Grid: Bilder können in Galerien angeordnet werden


Cloner: Der Name ist Programm: Cloner ermöglicht das automatisierte Kopieren von Seiten oder Gruppierungen auf andere Seiten, Layouts oder in andere Projekte. Die Funktion ist ideal für das standgenaue Einfügen von Inhalten über längere Abschnitte.

QXP 9

Cloner: Ideal für das standgenaue Einfügen von Inhalten über längere Strecken


Shapemaker: Ein Assistent unterstützt Designer bei der Gestaltung von Vektorformen wie Wellen, Polygonen, Sternen, Spiralen oder Ecken-Effekten. Einmal angelegt, können diese Kreationen für den häufigeren Gebrauch als Preset abgespeichert werden.

QXP 9

Shapemaker: Ein Assistent hilft bei der Gestaltung von Vektor-Formen


Texteditor: Erinnerungen an eine Textverarbeitung weckt der Texteditor. Damit können Texte in einer leicht zu lesenden Ansicht bearbeitet werden. Das hilfreiche Feature bewährt sich besonders bei der Anwendung kleiner Punktgrößen oder gedrehten Inhalten, die sich über mehrere Seiten erstrecken.

Proportionen synchronisieren: Über eine Verkettung von Breite und Höhe in der Maßpalette bleibt das Verhältnis von Länge und Breite in Rahmen erhalten. Der Einsatz ist besonders beim Skalieren von Bildern von großem Alltagswert.

Fazit

Mit der Möglichkeit, künftig auch für Mobilgeräte á la iPad & Co. publizieren zu können, wagt Quark den Schritt zu neuen Ufern. Die Tatsache, dass dies ohne Xcode-Kenntnisse möglich sein wird, kann Grafikern und Publizisten helfen, neue Geschäftsfelder zu erschließen. Für Designer, die überwiegend in den traditionellen Geschäftsfeldern tätig sind, hat Quark seinem Flaggschiff zahlreiche Automatisierungsfunktionen spendiert. Ob diese geeignet sind, die Arbeitsbelastung nachhaltig zu senken und ob der Umstieg auf QXP 9 generell empfehlenswert ist, wird demnächst ein MacGadget-Test zeigen.

Verfügbarkeit, Preise und Voraussetzungen

QXP 9 setzt einen Intel-Prozessor und Mac OS X 10.5.8 oder neuer voraus. Die Unterstützung für PowerPC-Macs wurde eingestellt.

Die Markteinführung von QXP 9 ist für Anfang April geplant. Die Preise bleiben gegenüber der Vorversion unverändert: Eine Einzelplatzlizenz von QXP 9 wird 1349 Euro kosten, das Upgrade von der Version 7.x oder 8.x schlägt mit 399 Euro zu Buche. Wer QXP 8.5 zwischen dem 01. Januar 2011 und dem 30. April 2011 erworben hat, erhält ein kostenloses Upgrade auf QXP 9 (mehr dazu hier).

Eine Demoversion von QXP 9 will der Hersteller nach dem Verkaufsstart veröffentlichen.

Nachtrag (06. April): QuarkXPress 9.0 kommt am 26. April auf den Markt, eine Demoversion ist ab sofort verfügbar (mehr dazu hier).

Kommentare

Ich glaube kaum, dass Quark jemals wieder an Adobe vorbeizieht.
Seitdem ich auf Indesign umgestiegen bin bekomme ich jedesmal das Grauen, wenn ich Quark 8.5 nur öffnen muss um Dateien umzukonvertieren (alleine schon die furchtbare Bilddarstellung, um nur mal meines Erachtens das Schlimmste zu nennen).

Allein schon das perfekte Zusammenspiel der einzelnen Adobe-Produkte wird Quark NIE erreichen.
Und das, was Quark nun verbessert, wird spätestens bei der Indesign CS6 Version viel besser nachgereicht!

Grüßle

[quote=stefbreh]Allein schon das perfekte Zusammenspiel der einzelnen Adobe-Produkte wird Quark NIE erreichen.[/quote]Nanana, bei Indesign mag das stimmen, aber wenn Du mit der Kombination Illustrator - Photoshop arbeiten musst, wirst Du schnell merken, das sich die Programme gegenseitig behindern und abschießen. Während in PS ‘ne Stapelverarbeitung läuft, geht alles mögliche am Rechner, nur kein Illustrator, und wie oft der PS-Start Illustrator zum abschmieren bringt, haben wir (11 Leute im Atelier) schon lange aufgegeben, zu zählen ...
Adobe nennen wir Softwarepiraten — minderwertige Software gegen viel, viel Geld.

Gruß
Dr. von Uli

Gruß Uli

[quote=Uli]aber wenn Du mit der Kombination Illustrator - Photoshop arbeiten musst, wirst Du schnell merken, das sich die Programme gegenseitig behindern[/quote]

Ich muss bzw. ich will!
Und klappt bestens!

Mit was für einer Version arbeitet ihr denn?
Mit der aktuellen CS5 und der vorherigen CS4 läuft bei uns in der Firma wirklich alles rund!
Haben allerdings auch Mac Pro´s 2010 als Arbeitsgeräte, ich denke Soft- und Hardware sollten auch gut zusammenpassen ...

[quote=stefbreh][
Mit was für einer Version arbeitet ihr denn?
Mit der aktuellen CS5 und der vorherigen CS4 läuft bei uns in der Firma wirklich alles rund!
Haben allerdings auch Mac Pro´s 2010 als Arbeitsgeräte, ich denke Soft- und Hardware sollten auch gut zusammenpassen ...[/quote]CS4, keine MacPro‘s, 10.5 und XP
[quote=antonius]... adobe hatte seinerzeit den guten macromedia freehand gekauft und eingestampft sehr zum leidwesen vieler anwender, eigentlich kein feiner zug die konkurenz kaufen und dichtmachen (aus sicht der anwender jedenfalls)
was ich damit sagen möchte : ich hoffe auf einen gesundenen wettbewerb ....[/quote]Darauf hoffe ich auch!
Edit:[quote=Jaab_Wood].... Mittlerweile wünsche ich mir wahrlich, das Corel ein Comeback auf dem Mac vollzieht und damit eine wirklich professionelle Vektor-Lösung als Alternative zu Illustrator existiert.[/quote]Corel 11 auf dem Mac war nicht zu gebrauchen, schlecht programmiert, hängt dauernd. Als Alternative würde ich aber schon ein Corel Comeback auch wünschen, schon wegen der guten PDF-Kompatiblität. Genauso, wie ein Comeback von Freehand, das war einfach praktisch, zuverlässig, und schnell zu bedienen.

Gruß Uli

Gruß Uli

beide sind exorbitant teuer wenn sie sie es denn durchsetzen können mangels alternative, bei adobe war das übrigens thema in einer der letzten c´t. und erinnern wir uns was man für quark 3.11 und 4.0 hinlegen hat müssen : autsch die haben es genauso gemacht.
adobe hatte seinerzeit den guten macromedia freehand gekauft und eingestampft sehr zum leidwesen vieler anwender, eigentlich kein feiner zug die konkurenz kaufen und dichtmachen (aus sicht der anwender jedenfalls)
was ich damit sagen möchte : ich hoffe auf einen gesundenen wettbewerb aber wie es aussieht ist der markt im augenblick sehr bzw zu stark adobe-dominiert. und wenn das der fall ist zahlen die anwender den doppelten preis, egal bei wem.

[quote=Mac@Night]Die Neuerungen sind recht vielversprechend, jedenfalls aus Sicht eines Power-Users.

Was mich noch interessieren würde ist ob QuarkXPress 9 den 64-Bit-Betrieb auf dem Mac unterstützt.[/quote]

Möge mich jemand korrigieren, wenn ich falsch liege: Im Gegensatz zu den Enterprise-Lösungen unterstützt QXP 9 den 64-Bit-Betrieb zurzeit nicht, weil die Verbesserungen hinsichtlich der Geschwindigkeit bei der Einzelplatzversion nur gering wären – so das Statement, das im Rahmen der offiziellen Pressekonferenz zum Thema abgegeben wurde.

Beste Grüße
Jürgen Ponath

Ich reagiere mit meinemBeitrag mal auf die Kommentare von Mac@Night und stefbreh.

Meiner Meinung nach ist es ein Irrglaube, dass Adobe Produkte so toll zusammen arbeiten. und von einem einheitlichen Erscheinungsbild über alle CS-Programme brauchen wir nun wirklich nicht reden bei Adobe. Das ist jedenfalls nicht da. Zugegeben, die CS 5 Versionen keine ich nicht so genau. Aber fassen wir mal zusammen, was ich bisher von einer tollen Zusammenarbeit von Adobe Produkten so erfahren habe. Photoshop: PDF Import/Export - Textebenen werden nicht erkannt, sondern stumpf mit in eine Ebene gerendert (Wer hat das PDF Format noch mal erfunden? Das können andere Pixelorientierte-Programme jedenfalls besser) / InDesign - extrem viele Paletten mit verschachtelten Dialogen / InCopy - ein extra Progamm um kollaborativ an einem Dokument arbeiten zu können, dass auch nur dann komfortabel über Netzwerk funktioniert, wenn man weitere Plugins wie Woodwing installiert (zu mindestens ist das bei uns in der Bude so gelöst). Bei Quark ist die gemeinschaftliche Arbeit integraler Bestandteil / Illustrator ist für mich ein Grauß, alleine die Ebenen-Palette zur Auswahl von Elementen, bzw. Anzeige der Aktiven Ebenen ist für mich vollkommen idiotisch gelöst und verwirrt mich jedes mal. Ebnso sind die Knöpfe und anklickbaren Elemente so klein und fumelig, dass das ganze GUI total überladen aussieht. / Fireworks wirkt immer noch eher wie eine Warze / Acrobat war mal ein tolles Programm mit elementatren Funktionen. Durch das ganze Flash-/AIR-Gerödel für Interaktive Inhalte, die jedoch niemand in einem PDF Dokument benötigt, bzw. vermutet wird Acrobat immer mehr zu einem lahmen überladenen Gaul. Zudem ist der Funktionumfang nicht über alle Systeme gleich - warum frage ich mich da! / Acrobat bemächtigt sich darüber hinaus einem vollkommen eigenständigen GUI. Nicht zu Letzt hält sich Adobe seid je her eigentlich nicht an die Standards von Apple für bestimmte Tastenkürzel. Und unter Windows hat man gerade bei Acrobat jahrelange Kürzel fürs Zoomen komplett anders belegt. Bei einem so teuren Programm erwarte ich dann aber auch im Umkehrschluss, dass ich individuelle Short-cuts definieren kann – und das übergreifend für alle Programme aus dem Hause Adobe.

Es gibt noch viele andere Gründe warum ich dem Mythos, Adobe Produkte arbeiten so toll zusammen und bieten den Professionellen einen so homogenen Workflow absolut nicht nachvollziehen kann und auch gerne aktiv dementiere. Adobe ist absolutes Flickwerk aus überladenen Boliden zu überzogenen Preisen bei minimalem Innovationsgrad. Moderne Bedienkonzepte und die Umsetzung neuer Erkenntnisse hinsichtlich Benutzerführung und Anwendbarkeit kann man hier definitiv mit Nichten erkennen!
Und für gute Programmierkünste steht Adobe nun seit langem auch nicht mehr - ich sage nur Flash.....

Auf der Arbeit mache ich ganz viele Layouts und Gestaltungen u.a. auch mit CorelDraw X4. Dort sitze ich nun mal an einem PC :-(
Ich muss aber sagen, dass Corel in den letzen Jahren einen extrem gut Job gemacht hat. Zum Beispiel ist der PDF Import ein Traum. Auch eine professionelle Druckausgabe mit Farbseparation ist kein Problem. Maskierungen, Bitmap Bearbeitung und Effekte gleich integriert. Corel ist sogar im Moment der einzige Grund, warum ich eine Virtualisierung auf meinem Mac laufen lasse. Bestimmt rümpfen jetzt einige hier gleich die Nase und stempeln mich ob der Nutzung von Corel als einen nicht Professionellen ab. Ich will hier keine Grabenkämpfe auftun, aber nur weil einer Grafikdesign studiert hat, heißt dass noch lange nicht, dass er ein Professionller PC-Anwender hinsichtlich der Computer und Software-Nutzung ist. Letzendlich lernen die meisten in ihrer Ausbildung/Studium nichts anderes kennen als die gerade vorherrschenden Standards. Das Office-Paket ist auch Standdard, dennoch würde ich niemand als eine Profi betiten, nur weil er gerade mit dieser Software ausgebildet wurde.

Mittlerweile wünsche ich mir wahrlich, das Corel ein Comeback auf dem Mac vorllzieht und damit eine wirklich professionelle Vektor-Lösung als Alternative zu Illustrator existiert. Und da halte ich es genau wie einer meiner Vorredner (antonius): „… ich hoffe auf einen gesunden wettbewerb aber wie es aussieht ist der markt im augenblick sehr bzw zu stark adobe-dominiert. und wenn das der fall ist zahlen die anwender den doppelten preis, egal bei wem.“

Ciao.

Ich will nur mal loswerden, dass ich den Artikel richtig gut finde. Als InDesign-Benutzer läuft mir hier teilweise das Wasser im Munde zusammen, wer hätte das gedacht bei einem Bericht über Quark. Also, Lob an den Autor, Lob an Quark. Einzig die oben abgebildete Verpackung erscheint, als erwarteten einen 500 g Wasabi-Nüsse anstatt der Software.