iPhone-Streit: T-Mobile erringt Sieg vor Gericht

04. Dez 2007 14:30 Uhr - sw

T-Mobile darf das iPhone weiterhin exklusiv mit Vertragsbindung und mit einer Sperre für Netze anderer Anbieter vertreiben. Dies entschied das Hamburger Landgericht am Dienstagnachmittag. Das Gericht hob damit eine von Vodafone gegen die Telekom-Tochter erwirkte einstweilige Verfügung von Mitte November auf. Diese zwang T-Mobile dazu, das iPhone auch ohne SIM-Lock zu verkaufen und Kunden eine Entsperrung anzubieten. Das von T-Mobile gewählte iPhone-Vertriebsmodell verstößt nach Auffassung des Hamburger Landgerichts nicht gegen das Wettbewerbsrecht. Vodafone kann Berufung gegen das Urteil einlegen.

T-Mobile erklärte, dass der Verkauf des entsperrten und vertragslosen iPhones (999 Euro) sofort eingestellt werde. Allen iPhone-Kunden soll nach Ablauf des Zweijahresvertrags kostenlos die Aufhebung des SIM-Lock angeboten werden. "Ich freue mich, dass nun Klarheit für unsere Kunden herrscht. Wir waren stets von der Rechtmäßigkeit unseres Angebots überzeugt und sind auch weiterhin bereit, für dieses Vertriebsmodell zu kämpfen“, sagt Philipp Humm, Sprecher der Geschäftsführung von T-Mobile Deutschland und Bereichsvorstand Vertrieb Deutsche Telekom.

Auch von Vodafone liegt inzwischen eine Stellungnahme vor: "Wenn es zukünftig rechtlich möglich ist, Handys in Deutschland mit derart restriktiven Netzsperren und Tarifbindungen zu verkaufen, so hält Vodafone das weiterhin für verbraucherfeindlich", heißt es in der Pressemitteilung des Mobilnetzbetreibers. Vodafone will die Urteilsbegründung analysieren und dann über weitere Schritte entscheiden.

Kommentare

Wieder mal ein Urteil zu Ungunsten der Verbraucher.
Vielleicht hat ja Debitel mehr Erfolg mit seiner Einreichung bei der Bundesnetzagentur, wobei wohl auch hierfür die Wahrscheinlichkeit mit dem Urteil des Landgerichtes abgenommen haben dürfte.

[quote=red-polo]Wieder mal ein Urteil zu Ungunsten der Verbraucher.
Vielleicht hat ja Debitel mehr Erfolg mit seiner Einreichung bei der Bundesnetzagentur, wobei wohl auch hierfür die Wahrscheinlichkeit mit dem Urteil des Landgerichtes abgenommen haben dürfte.[/quote]

Ich bin froh, dass Vodafone erstmal verloren hat. Der Grund warum die T-Mobile vor Gericht gezogen hat war definitiv NICHT zu gunsten der Verbraucher.

Das ist es ja gerade... da wurde ein Geschäftsmodell bestätigt, dass nicht besonders kundefreundlich ist!

Meine Befürchtung ist, dass andere Mobilfunkanbieter dieses Urteil nun zum Anlass nehmen könnten ihre Premium-Geräte zukünftig ebenfalls nur noch mit Vertrag UND SIM-Lock zu verkaufen und die Preise einfach wie bisher beizubehalten.

T-Mobile & Apple nehmen sich in diesem Fall nichts, wenn es darum geht, das Geschäft bis zum letzten Cent auszureizen, denn die Tatsache, dass Apple ja zusätzlich einen Tarif-Anteil von satten 30% kassiert, scheint jetzt offenkundig keine Rolle mehr zu spielen …

Aber wenn man bedenkt, dass T-Mobile (offenbar weil die Nachfrage nicht groß genug ist) schon nach 3 Wochen nach Marktstart die Minutenpreise außerhalb des Inklusivbudgets gesenkt hat und laut Ankündigung das iPhone nach zwei Jahren kostenlos entsperrt wird, dann hat sich innerhalb sehr kurzer Zeit schon einiges getan.

Apple musste selbst schmerzlich in den USA feststellen, dass die anfänglichen Preise nicht akzeptiert wurden und hat massiv den Preis gesenkt.

Daher tippe ich sowohl auf sinkende Preise für 2008 als auch auf bessere Tarifkonditionen.